BERLIN. Telefonieren mit dem Handy wird zunehmend günstiger. Weil immer mehr Discountanbieter auf den deutschen Mobilfunkmarkt drängen, gibt es inzwischen eine Vielzahl von Billig-Tarifen, die dem Verbraucher den Vergleich schwer machen. Bevor Kunden sich für einen bestimmten Tarif entscheiden, sollten Preise und Bedingungen verglichen werden.Welche Vorteile bieten Billig-Anbieter?Der Vorteil bei den Mobilfunk-Discountern ist, dass Kunden keinen Vertrag abschließen, keine Grundgebühr sowie keinen Mindestumsatz zahlen müssen und nach kurzer Zeit wieder aussteigen können. So genannte Prepaid-Tarife basieren auf vorausbezahlten Minutentarifen: Das heißt, der Verbraucher kauft eine Guthabenkarte, die er so lange nutzen kann, bis sie abtelefoniert ist. Erst bei Bedarf füllt er sein Kartenkonto wieder auf. Zudem gelten niedrige Minutenpreise zwischen 14 und 25 Cent - und zwar rund um die Uhr. Ein neues Handy ist allerdings nicht mit inbegriffen.Wie finde ich heraus, ob sich ein solches Angebot für mich lohnt?Hilfreich kann ein Blick auf die Handyrechnungen der vergangenen sechs Monate sein, auf denen die Gebühren für Telefonate und SMS-Nachrichten aufgelistet sind. An Hand dieser Daten kann jeder für sich abwägen, ob sich ein Wechsel in einen Discount-Tarif rechnet.Welcher Tarif ist am besten geeignet?Um Verbrauchern die Wahl eines geeigneten Tarifs zu erleichtern, hat das Heidelberger Verbraucherportal Verivox die Angebote von Aldi, Penny, Norma, Real, Rewe und Schlecker einem Test unterzogen. Für den Vergleich wurden vier Profile mit unterschiedlich vielen Telefonaten, SMS und Mailboxabfragen pro Monat erstellt. Zur Berechnung wurden die Kosten für 5 000 zufällig ausgewählte Gespräche ermittelt. Wenigtelefonierer sind danach am besten mit dem Blau.de-Tarif beraten, den es bei Real und vom 3. Juli an auch bei Norma gibt. Normal- und Vieltelefonierer sowie SMS-Nutzer fahren mit dem Tarif Smobil von Schlecker am günstigsten, so Verivox. Allerdings hat der Tarif einen deutlichen Haken: Die rechnerisch günstigen Preise gelten nur, wenn der Kunde eine 30-Euro-Guthabenkarte kauft. In diesem Fall werden 50 Euro Gesprächsguthaben aufgebucht. Will der Kunde weniger Geld in seine Guthabenkarte investieren, wird der Tarif aber deutlich teurer, warnt Verivox.Wo lauern versteckte Kosten?Verbraucher sollten wissen, dass es bei vielen Billiganbietern kaum Service gibt. Sonderwünsche wie Abrechnungen auf Papier werden oft nur gegen happige Aufpreise erfüllt. Wer Fragen hat, muss den telefonischen Kundendienst anrufen und diese Hotlines können richtig teuer sein. Preise zwischen 0,99 und 1,99 Euro pro Minute werden fällig.Was ist zu bedenken, wenn ich im Ausland Urlaub mache?Dann ist besondere Vorsicht geboten. Denn das Telefonieren aus dem Ausland kann für Kunden von Mobilfunk-Discountern schnell zur Kostenfalle werden. "Die Kunden von Discount-Anbietern sollten wissen, dass diese Guthaben-Karten nur in Deutschland wirklich günstig sind", sagt Bettina Seute, Sprecherin vom Telefontarif-Vergleichsportal Teltarif.de. So berechnen Simyo, Debitel light, Blau.de oder Aldi zum Beispiel für ein Gespräch von Malta nach Deutschland 2,59 Euro pro Minute.------------------------------Mobilfunk-Discounter im Überblick:www.verivox.de/mobile/Handy-Billigtarife.asp------------------------------Foto : Heutzutage telefoniert fast jeder mobil - auch Ordensschwestern. Discounter sind dabei eine günstige Alternative.
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