Zac Efron erzählt, wie er seinen Weg vom Teenie-Schwarm zum ernsthaften Schauspieler erlebt

Schön sein und nicht leiden

Patrick Heidmann
5 Min

Mit elf Jahren stand er erstmals auf kleinen Musical-Bühnen, keine vier Jahre später hatte Zac Efron seinen ersten Fernsehvertrag in der Tasche und wurde zum Teenie-Star. Doch Efron, der privat mit seiner "High School Musical"-Kollegin Vanessa Hudgens liiert ist, will mehr, als nur singend durch Turnhallen tanzen. Kürzlich überzeugte der knapp 23-Jährige in "Ich & Orson Welles", jetzt spielt er seine bislang dramatischste Rolle. In "Wie durch ein Wunder" gibt er seine Träume auf, nachdem sein kleiner Bruder bei einem von ihm verursachten Unfall stirbt.Zac, in "Wie durch ein Wunder" sprechen Sie mit Ihrem toten Bruder. Glauben Sie selbst an die Existenz von Geistern?Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sie existieren. Wenn plötzlich in den seltsamsten Momenten Türen zuknallen, zum Beispiel. Da muss doch jemand dahinterstecken. Als Kind habe ich mit meinen Freunden gerne in leer stehenden Häusern herumgetobt, da gab es natürlich auch immer die eine oder andere Geschichte darüber, wo es spukt.Und wie steht es mit dem Leben nach dem Tod?Ich würde es zumindest sehr schön finden, wenn es irgendwie weitergeht oder es eine Wiedergeburt gäbe: Wer auf heldenhafte Art sein Leben lässt, könnte doch als stolzer Adler zurückkommen. Wirklich beschäftigt habe ich mich aber noch nicht mit dem Thema. Prinzipiell bin ich in Sachen Spiritualität offen für alles."Wie durch ein Wunder" ist ihr bisher ernsthaftester Film. Versuchen Sie, sich vom Image des Teenie-Idols zu lösen?Na ja, ich habe schon darauf gewartet, dass mal eine ernsthafte Rolle meinen Weg kreuzt, in der ich mich wiederfinden konnte. Früher haben mich Dramen nicht besonders interessiert, da stand ich mehr auf Komödien und Actionfilme. Aber der Geschmack verändert sich ja mit der Zeit, und zuletzt haben mich vor allem anspruchsvolle Filme wie das Pianistenporträt "Shine" von Scott Hicks begeistert, mit dem ich demnächst drehe. Nun bin ich gespannt, ob auch ich eine Zukunft in diesem Genre habe.Soll der Bart, den Sie neuerdings tragen, diesen Weg unterstützen? Oder sind Sie wie Brad Pitt einfach genervt davon, dass alle über Ihr gutes Aussehen sprechen?Ich werde mir auf keinen Fall die Blöße geben und mich darüber beklagen, dass es Leute gibt, die mich hübsch finden. Zweifellos hat mir mein Aussehen oft geholfen, aber dennoch nervt das Thema natürlich manchmal. Trotzdem bin ich wirklich erstaunt darüber, wie viel Aufsehen es erregt, wenn man sich mal ein paar Tage nicht rasiert.Wo wir gerade von Brad Pitt sprechen: Auch Sie sind mit einer bekannten Kollegin liiert. Wie schwierig ist es, eine Beziehung unter Beobachtung der Öffentlichkeit zu führen?Es ist schon nervig, wenn man gerade völlig verpennt aus einem Flugzeug steigt und sofort wieder die Fotografen auf einen warten. Vor allem Vanessa hat damit Schwierigkeiten. Aber alles in allem gelingt es uns ganz gut, das Private privat zu lassen. Wir können ziemlich gut trennen, wer oder was wir in unseren eigenen vier Wänden sind, und wie wir uns geben, wenn Journalisten und Fotografen in der Nähe sind.War es schwierig, bei all dem Trubel der letzten Jahre auf dem Boden zu bleiben?Nein, denn darüber habe ich von Anfang an mit meinen Eltern und den Menschen in meinem Umfeld gesprochen. Meine Vorbilder waren immer jene Kollegen, die nicht abgehoben sind, denn nichts finde ich schlimmer als unbezähmbare Egos oder Leute, die über all dem Ruhm ihren Job aus den Augen verlieren. Deswegen habe ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich etwa im Hotel eine Sonderbehandlung erlebe.Haben Sie wegen Ihrer Arbeit schon Träume aufgeben müssen?So hart würde ich es nicht formulieren, aber was ich leider tatsächlich verdrängen muss, sind meine Abenteurer-Instinkte, meine Spontaneität. Eigentlich bin ich jemand, der sich gerne treiben lässt, ohne zu wissen, wo das hinführt. Aber inzwischen muss ich - wegen meiner Verpflichtungen und der Aufregung, die um meine Person gemacht wird - leider sehr viel im Vorfeld planen. Doch wenn man über etwas zu lange nachdenkt, macht man es am Ende nie. Ich sehe das an all den Reisen, die ich gern unternehmen will. Die verschiebe ich immer auf nach dem nächsten Film.Warten Sie auf die Zeit, da keine Angebote mehr kommen? Oder ist das eine Horrorvorstellung?Ich habe sowieso nach jedem Film das Gefühl, er könnte mein letzter gewesen sein. Deswegen habe ich davor keine Angst. Denn ich bin mir sicher, dass ich auch einen anderen Lebensmittelpunkt finden könnte. Und seien es nur all diese Reisen. Aber ich muss natürlich auch sagen, dass mir die Schauspielerei derzeit so viel Spaß macht, dass ich mich riesig über jede neue Rolle freue.Ihre Filmfigur in "Wie durch ein Wunder" träumt anfangs von einem Uni-Studium. Hatten Sie das jemals im Sinn?Klar, das stand durchaus mal im Raum. In den USA dreht sich ja ab der ersten Klasse alles ums College. Aber wenn wir mal ehrlich sind, ist das Spannendste am College das Leben auf dem Campus und in den Wohnheimen. Der Rest ist nur Ausbildung - und die habe ich, was meinen Job angeht, inzwischen viel unmittelbarer und wertvoller von den Menschen mitbekommen, mit denen ich beim Film zusammenarbeite, von meinen Kollegen, Regisseuren und Produzenten. Das hätte mir keine Uni je beibringen können, deswegen habe ich beschlossen, mich aufs "learning by doing" zu konzentrieren.Das Gespräch führtePatrick Heidmann------------------------------Foto: Zac Efron ist ein Schauspieler, dessen Anwesenheit seit Jahren kleine Mädchen zum Kreischen verleitet. Aber er wird erwachsener.

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