Wohnungsbau

Zahl der Baugenehmigungen steigt – Immobilienverbände fordern schnellere Umsetzung

Die Zahl der Genehmigungen für neue Wohnungen steigt, nicht aber die Zahl der Fertigstellungen. Die Bundesregierung will den Neubau ab Dezember mit 800 Millionen Euro unterstützen.

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Die Zahl der Baugenehmigungen ist gestiegen.

Die Zahl der Baugenehmigungen ist gestiegen.

© Patrick Pleul

Im September ist die Zahl der Genehmigungen für neue Wohnungen sprunghaft angestiegen. Verglichen mit dem Vorjahresmonat legten sie nach Angaben des Statistischen Bundesamt um fast 60 Prozent zu. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) begrüßte dies als „gute Nachrichten für den Wohnungsbau“. Sie sieht in der Entwicklung ein Zeichen dafür, „dass es nun endlich aufwärts“ gehe.

Dem Statistischen Bundesamt zufolge wurde in Deutschland im September insgesamt der Bau von 24.400 Wohnungen genehmigt – das 9100 Baugenehmigungen mehr als im September 2024. Der große Anstieg sei allerdings auch dadurch zu erklären, dass ein Jahr zuvor „der niedrigste Monatswert seit Januar 2012“ verzeichnet worden sei, führte das Bundesamt weiter aus.

„Damit aus Planungen auch gebaute Häuser werden, fördern wir ab Mitte Dezember das Abschmelzen des Bauüberhangs mit 800 Millionen Euro“, sagte Bundesbauministerin Hubertz weiter. „Bauherren, die ein genehmigtes Bauprojekt in der Schublade haben, können mit Förderzusage direkt loslegen.“

Wohnungswirtschaft: „Arbeiten uns von einem sehr niedrigen Niveau nach oben“

Auch die Wohnungswirtschaft begrüßte das Plus bei den Genehmigungszahlen. „Die aktuellen Zahlen sind ermutigend“, teilte der Präsident des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), Axel Gedaschko, mit. „Gleichzeitig bleibt klar: Wir arbeiten uns von einem sehr niedrigen Niveau nach oben.“

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) verwies darauf, dass sich aus den jüngsten Zahlen des Bundesamtes für den bisherigen Jahresverlauf nun die Summe von knapp 175.600 genehmigten Wohnungen zwischen Januar und September ergebe – das entspreche einem Plus von 11,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Damit setze sich eine Stabilisierung fort, sagte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa.

„Allerdings auf einem Niveau, das weiterhin deutlich unter dem liegt, was wir brauchen“, führte er weiter aus. „Zum Vergleich: 2021 lagen wir zu diesem Zeitpunkt bei 282.000 genehmigten Wohnungen. Stand jetzt gehen wir davon aus, dass in diesem Jahr gerade einmal 225.000 Wohnungen fertiggestellt werden.“

Immobilienverband: „Genehmigt ist in Deutschland nicht gleichbedeutend mit fertiggestellt“

Der Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Tim-Oliver Müller, erklärte, dass eine massive Ausweitung der finanziellen Förderung nach wie vor „das effektivste Mittel“ sei, um den Wohnungsbau kurzfristig anzukurbeln. Dass neben der Einführung verbesserter Zinskonditionen nun auch die Mittel für die KfW-Förderprogramme im Bundeshaushalt 2026 noch einmal leicht aufgestockt würden, seien „positive Signale der Politik“. Die von Hubertz angekündigten 800 Millionen Euro hob Müller hervor, sagte aber auch, dass „temporäre Strohfeuer nicht ausreichend zur Bewältigung der Wohnungsnotlage“ seien.

„Genehmigt ist in Deutschland nicht gleichbedeutend mit fertiggestellt“, sagte zudem der Präsident des Immobilienverbands Deutschland (IVD), Dirk Wohltorf. „Trotz des leichten Anstiegs der Baugenehmigungen stecken wir weiter in einem Tal historisch niedriger Baufertigstellungen“, sagte er. Er forderte, dass der sogenannte Bau-Turbo der Bundesregierung „in den Umsetzungsmodus“ wechsele. „Das Gesetz kann die Flächenmobilisierung deutlich erleichtern – aber nur, wenn die Kommunen und Bezirke die neuen Spielräume auch wirklich nutzen“.

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