Vindobona und Metropol: So hießen zwei traditionsreiche Zugverbindungen zwischen Berlin und Wien. Inzwischen kann man die Strecke nicht mehr ohne Umsteigen fahren. Doch das soll sich ändern. Denn das Prager Verkehrsunternehmen Leo Express hat angekündigt, dass es diese Route mit durchgehenden Fernzügen wiederbeleben möchte.
Weitere Zugfahrten soll es auf dem Teilstück zwischen Berlin, Dresden und Prag geben. Damit kündigen sich im Berliner Zugverkehr Veränderungen an. Der Deutschen Bahn (DB) droht Konkurrenz.
Leo Express ist in dieser Stadt kein Unbekannter. Seit dem vergangenen August betreiben die Tschechen in Zusammenarbeit mit dem Fernbusunternehmen Flixbus den privaten Zug, der Berlin mit Stuttgart verbindet – bekannt unter dem Markennamen Locomore.
Sechsmal täglich
Darüber hinaus konzentriert sich der Bahn- und Fernbusbetreiber, der 2016 rund 1,4 Millionen Fahrgäste befördert hat, derzeit auf den Heimatmarkt Tschechien und die Slowakei. Doch es will expandieren.
„Wir sehen große Chancen im internationalen Verkehr“, sagte Peter Köhler, Geschäftsführer von Leo Express der Berliner Zeitung.
Nun hat das Unternehmen den ersten Schritt getan – und der Behörde ÚPDI, die in Tschechien den Bahnverkehr reguliert, seine Pläne mitgeteilt. Dazu gehört nicht nur, zwischen Berlin und Prag sowie zwischen Prag und Wien Züge zu fahren – jeweils sechsmal täglich. Auf der Liste stehen auch Zugverbindungen von Prag nach Bratislava, Krakau und Wrocław (Breslau). „Es geht um eine Vorprüfung“, so Köhler.
Das Unternehmen sei auf der Suche nach Fahrzeugen und spricht unter anderem mit dem chinesischen Hersteller CRRC. Wenn alles klappt, könnte der Betrieb auf den neuen Routen Ende 2019 starten.
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