FRANKFURT A. M., 6. November. Der hohe Betriebsverlust beim Siemens-Bereich Verkehrstechnik (VT) wurde durch einen erhöhten Vorsorgebedarf ausgelöst. Im Verlust von etwa 760 Millionen Mark für das am 30. September beendete Geschäftsjahr 1997/98 sei eine Risikovorsorge von mehr als 500 Millionen Mark enthalten, berichtet die "Börsen-Zeitung". Sie berief sich auf ein Gespräch mit Siemens-VT-Vorstandsmitglied Karl-Heinz Sämann. Diese Risikovorsorge gelte etlichen Projekten im Ausland, wie auch Aufträgen der Deutschen Bahn. Bislang habe Siemens diese Fälle optimistischer beurteilt, doch seien diese Hoffnungen zerstoben.Gespräche über ArbeitsplätzeSo dürfte Siemens allein für ein Bahn-Großgeschäft in Norwegen, bei dem es technische Probleme gegeben habe, eine Vorsorge von mehr als 100 Millionen Mark getroffen haben. Andere Problemfälle lägen in Kolumbien und der Türkei. Mit der Deutschen Bahn gebe es auch Schwierigkeiten, etwa durch Mehrkosten bei ICE-Neigetechnik-Zügen. Dabei gehe es um etwa 250 Millionen Mark, die die Deutsche Bahn nicht gezahlt habe. Sämann wolle eine strengere Kostenkontrolle.Für die umfassenden Umbaupläne des Siemens-Konzerns haben das Unternehmen, der Gesamtbetriebsrat und die IG Metall am Freitag Gespräche über die Zukunft Zehntausender von Arbeitsplätzen vereinbart. Alle Parteien wollen sich für sozialverträgliche Lösungen einsetzen. (wi.)
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