Im Vorfeld forderte Tom Erdmann, Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, dass alle Schulneubau-Projekte als Gemeinschaftsschulen geplant werden sollten. So sei es im rot-rot-grünen Koalitionsvertrag festgelegt worden. Tatsächlich seien von den 60 geplanten Neubauten aber nur sechs als Gemeinschaftsschul-Projekte vorgesehen, kritisierte Erdmann. Derzeit gibt es 24 Gemeinschaftsschulen sowie gut 100 weitere Sekundarschulen und 90 Gymnasien in Berlin.
Gemeinschaftsschule kann Einzugsbereich-Grundschule ersetzen
Robert Giese, Leiter der Karsen-Schule, verweist auf aktuelle Studien, wonach es Gemeinschaftsschulen besonders gut gelinge, Schüler völlig unterschiedlicher sozialer Herkünfte gleichermaßen zu fördern. An der Karsen-Schule brechen maximal fünf Prozent eines Jahrgangs die Schule ab, der Berliner Durchschnittswert liegt bei zehn Prozent. „Dabei besuchen doppelt so viele Kinder nicht deutscher Herkunft Gemeinschafts- und Sekundarschulen als Gymnasien“, sagte Giese.
Künftig kann eine Gemeinschaftsschule auch die Einzugsbereich-Grundschule ersetzen. 70 Prozent der Plätze für Schulanfänger sind dann für Erstklässler aus dem Einzugsbereich reserviert, 30 Prozent für Familien, die sich bewusst für diese Schulform entscheiden. Die CDU hatte das als Zwangszuweisung kritisiert. „Mir wäre eine 50-Prozent-Quote lieber gewesen“, sagte Giese. Er betonte, dass auch ein Wechsel nach der 6. Klasse weiter möglich sei und man dafür die schriftlichen Bewertungen auch in Ziffernoten umrechne.
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