Zehn Menschen sterben beim Einsturz einer Halle

In Südkorea nimmt die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen zur Unglücksursache auf

BLZ
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Erst brach das Dach der Halle in Kyongju ein, dann die Wände.

Erst brach das Dach der Halle in Kyongju ein, dann die Wände.

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Das Drama verfolgten in der Nacht zu Dienstag viele Südkoreaner live im Fernsehen: Sie sahen die Bilder eines eingestürzten Hallendachs und wie Hunderte von Bergungsexperten, Feuerwehrleuten, Polizisten und Soldaten in der verschneiten südkoreanischen Stadt Kyongju unter den Trümmern nach Überlebenden suchten. Immer wieder trugen die Retter Verletzte zu den bereitstehenden Krankenwagen.

Bei dem Einsturz am Montag kamen zehn Menschen ums Leben, darunter neun Studenten. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt. Die tonnenschweren Schneemassen könnten für die Decke des Fertighauses zu schwer geworden sein.

Im Innern der Sporthalle müssen sich bei dem Unglück panikartige Szenen abgespielt haben. Etwa 560 Studenten feierten bei einem Konzert ihren Studienbeginn. Plötzlich brach die Decke ein. Bis sie heruntergekommen sei, habe es nur zehn Sekunden gedauert, sagte ein Augenzeuge im Nachrichtenkanal YTN. „Jeder saß bequem auf dem Boden“, sagte eine Studentin dem staatlichen Sender Arirang. „Doch als alle auf einmal zu den Ausgängen rannten, brach totales Chaos aus.“ Die meisten konnten sich dennoch in Sicherheit bringen. Als das Dach einfiel, knickten die Wände des Fertigbaus ein.

Problem Trinkerei

Die Nutzung zu solchen Zwecken wie eine Studenten-Feier hätte niemals erlaubt werden sollen, sagte am Telefon ein Mitarbeiter des Rathauses in Kyongju, der seinen Namen nicht nennen wollte. „Jemand muss dafür zur Verantwortung gezogen werden.“

Die Studenten von der Universität für Fremdsprachen in Pusan waren in die historische Stadt Kyongju gereist, um an einer zweitägigen „Orientierungsveranstaltung“ zum Studienbeginn teilzunehmen. Der Studentenrat suchte sich diesmal eine private Ferienanlage in einem bergigen Gelände aus. Solche mit Partys verbundenen Events sind in Südkorea nicht unüblich. Die Trinkerei ist dabei ein großes Problem.

Doch diesmal geht es um ganz andere Fragen. Es gibt weitreichende Spekulationen über die Unglücksursache. Die Vermutung liegt dabei nahe, dass das Dach unter einer Schneedecke zusammenbrach. In den Tagen zuvor habe es so heftig geschneit wie in den vergangenen 130 Jahren nicht mehr, heißt es. Auf dem Dach der Halle, die 2009 in Leichtbauweise errichtet worden war, lagen nach Schätzungen rund 150 Tonnen Schnee. „Das Gebäude konnte den Schneemassen nicht standhalten“, sagte ein Feuerwehrmann. Regelmäßigen Sicherheitschecks seien nicht vorgesehen gewesen, hieß es aus dem Rathaus. Eine zentrale Frage, die sich die Menschen stellen: Warum wurde kein Schnee vom Dach geräumt?

Noch bevor die Bergungsarbeiten am Dienstag endeten, nahm die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen auf. Sämtliche öffentlichen Einrichtungen in der verschneiten Gegend an der Ostküste sollen nun zur Sicherheit überprüft werden. (dpa)

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