JVA Tegel

Zellenrazzia nach TV-Bericht über Schmuggel

Der Gefangene Timo F. hatte über illegale Geschäfte im Gefängnis berichtet.

Lutz Schnedelbach
2 Min
Die Justizvollzugsanstalt Tegel

Die Justizvollzugsanstalt Tegel

© Imago

Timo F.s Anwalt Carsten Hoenig sagte, es sei damit zu rechnen, dass sein Mandant als Reaktion unter Verschluss genommen werde. Das heißt, dass er künftig nur noch wenig Kontakt zu Mithäftlingen haben und sich als sogenannter Hausarbeiter nicht mehr, wie bisher, im Gefängnis frei bewegen dürfe.

Beamte suchen nach Smartphone

Justizsprecherin Claudia Engfeld bestätigte am Mittwoch die Zellendurchsuchungen. Timo F. bewohnt zusammen mit einem weiteren Häftling eine Zwei-Raum-Zelle. Während des Fernsehinterviews filmte sich der Gefangene offenbar selbst. So suchten die Beamten bei der Razzia vor allem nach einem Smartphone, mit dem sich Timo F. gefilmt haben könnte. Ein solches Gerät wurde nicht gefunden, so Engfeld. Die Beamten stellten aber einen Laptop sicher, der F.s Mithäftling gehört. Dieser hat eine Genehmigung für das Gerät, weil er als Fernstudent einen Laptop braucht. Mit dem Computer könne man nicht ins Internet gehen, so Engfeld. Ermittler untersuchen jetzt, ob der Computer manipuliert worden ist.

Zu den laufenden Ermittlungen äußerte sich die Justizsprecherin nicht. Sie sagte, es gebe bisher nur Ermittlungen gegen einen Justizangestellten, Anhaltspunkte für ein Netzwerk gebe es dagegen nicht.

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