Ab heute wird im einstigen Flughafengebäude Tempelhof das Ergebnis des Wettbewerbs für die Berliner Zentral- und Landesbibliothek ausgestellt. 40 Arbeiten wurden eingereicht, nicht viel für ein 270-Millionen-Euro-Projekt. Die Hälfte der Architekten kommen aus Berlin, mehr als ein Viertel aus dem Ausland.
Erstaunlich schlecht war die Beteiligung aus dem übrigen Deutschland. Da zwei Preise nach Stuttgart vergeben wurden, neben dem vierten Preis für Wulf Architekten einer der beiden ersten Preise für Kohlmeyer/Oberst, der andere 1. Preis an Miebach/Oberholzer nach Zürich ging, Cruz Y Ortiz in Sevilla ausgezeichnet wurden und als einziger Berliner Max Dudler, zeigt sich in der Beteiligungsquote ein offenbar schwer zu überwindendes Vorurteil: Dass Berliner Wettbewerbe zu wenig offen seien.
Eine Lichtskulptur als Großoval
© Ortner & Ortner Architekten Lizenz
Die weite Halle, durch die man zu den Büchern schweift.
© asp architekten Lizenz
Die Höhe des Treppenbaus ist auf dieser Perspektive nicht zu ahnen.
© Wulf Architekten Lizenz
Beim Lesen ins Grüne sehen – ein Ideal.
© Bretz Architekten Lizenz
Glas und Stein, die sich durchdringen.
© Hascher Jehle Architekten Lizenz
Eingang zu einem Flughafen, einer Mall, einer Bibliothek?
© ARGE nps tschoban voss Speech Lizenz
Der Signalbau: Hier ist Bibliothek.
© Max dudler Lizenz
Große Hallen: Wollen wir alle mithören, was die Dame spricht?
© Grüntuch ernst Planungsgesellschaft Lizenz
Dennoch lässt das Juryprotokoll Schemata erkennen. So wurden in der ersten Runde alle Entwürfe aussortiert, die zu exaltiert oder zu kühl ausfielen. Dem fiel selbst der große Spanier Raffael Moneo oder Stephan Braunfels aufgebäumte Welle zum Opfer. Auch die Berliner Heide und von Beckerath hatten mit ihrem spacigen Kühlturm keine Chance. In der zweiten Runde wurde bereits nach Realisierbarkeit gefragt – der leicht erkennbare, formenreiche Bügel von Zaha Hadid, die immer aufregend und nie im Plan baut, fiel genauso wie äußerst rationale Entwürfe etwa der Rundbau von Eeller & Eller aus Berlin oder die rationale Kiste von GMP aus Hamburg.
So nüchtern will es die Berliner Politik auch wieder nicht. Klaus Wowereit, sein gewesener Kulturstaatssekretär Andre Schmitz – dessen Energie die Bibliotheksfrage erheblich vorangetrieben hat und ihr nun wohl fehlen wird – sowie Bausenator Michael Müller wollen einen Signalbau.
Ausstellung: Bis 28. Februar 2014, Flughafen Tempelhof, Transithalle A 1. Mo–Fr 12–19 Uhr, Sa u. So 11–16 Uhr. 12. und 14. Februar geschlossen.
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