Der Kaulsdorfer Doppelmord liegt schon mehr als acht Jahre zurück. In der Nacht zum 4. November 1992 waren die 36-jährige Sabine Wache und ihre zehnjährige Tochter Claudia in ihrem Einfamilienhaus in der Strehlener Straße 22 in Kaulsdorf getötet worden. Anschließend zündete der Täter die Leichen sowie das Einfamilienhaus an. Mutter und Tochter verbrannten bis zur Unkenntlichkeit. Durch ihr Zahnschema konnten die Opfer identifiziert werden. Jetzt hat die Polizei eine neue Spur zum Täter. Eine Frau meldete sich in einer Sozialstation und erkundigte sich, ob der Doppelmord bereits aufgeklärt sei. Sie sagte, dass sich eine Person ihr gegenüber als Täter offenbart habe. Aus Angst vor dieser Person könne sie jedoch ihren Namen nicht nennen. Die ermittelnde 1. Mordkommission nehme die Anruferin sehr ernst, hieß es am Dienstag aus dem Landeskriminalamt. Mehr Informationen wolle man jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen, sagte ein Beamter. Die Anruferin werde gebeten, sich bei der Kripo zu melden. Hinweise nehme jede Wache entgegen. Die Ermittler hatten im Dezember 1992 gehofft, die Akten im Fall des Kaulsdorfer Doppelmordes schließen zu können. Die Beamten verhafteten am 9. Dezember den 21-jährigen André S. unter Mordverdacht. Bis zum 3. Juni 1993 saß der Neffe von Sabine Wache in Untersuchungshaft. Dann wurde der Haftbefehl aufgehoben - aus Mangel an Beweisen. Die Familie der 36-jährigen Telekom-Mitarbeiterin warf später der Kripo massive Fehler bei den Untersuchungen vor. Ein in der Wohnung gefundenes Haar soll nicht auf seine Herkunft untersucht worden sein. Außerdem soll es Mängel bei der Befragung von Bekannten und Familienangehörigen gegeben haben. Als sicher gilt, dass Sabine Wache und ihre Tochter am 3. November 1992 von einer Familienfeier kamen und ihrem Mörder die Tür öffneten. Sie haben ihn gekannt. Einbruchsspuren seien nicht gefunden worden, sagte ein Beamter. (ls.)
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