Der 34-jährige Zohran Mamdani hat die Bürgermeisterwahl in New York City gewonnen. Nach Prognosen von US-Medien setzte sich der Demokrat aus dem linken Spektrum der Partei am Dienstag deutlich gegen seine Rivalen durch. Nach Auszählung von 91 Prozent der Stimmen kommt Mamdani auf 50,4 Prozent. Damit wird er der erste Muslim an der Spitze New York Citys.
„Diese Stadt ist Eure Stadt, und diese Demokratie gehört auch Euch“, sagte Mamdani am Abend in seiner Siegesrede vor jubelnden Anhängern. In seiner Ansprache versprach Mamdani, dass New York nun „in diesem Moment politischer Finsternis“ das Licht sein werde. Im Wahlkampf nannte er sich selbst den „schlimmsten Albtraum“ von US-Präsident Donald Trump.
Trump reagierte auf Mamdanis Wahlsieg mit den Worten, er selbst habe nicht auf dem Wahlzettel gestanden. Auch der Shutdown sei daran schuld, dass die Republikaner nicht gewonnen hätten.
Mamdani galt bei der Wahl in der US-Ostküstenmetropole bereits im Vorfeld als Favorit. Sein aussichtsreichster Rivale war der frühere Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo. Er war Mamdani in der Vorwahl der Demokraten unterlegen und trat nun als Unabhängiger an. Cuomo kommt nach aktuellem Stand auf 41,6 Prozent der Stimmen.
Bis 21 Uhr (Ortszeit; 3 Uhr MEZ) konnten die New Yorker ihre Stimme abgeben. Rund 735.300 Wahlberechtigte nutzten zudem bereits eine vorzeitige Stimmabgabe – viermal mehr als bei den vorherigen Kommunalwahlen im Jahr 2021. Bei dem Urnengang stimmten damals rund 1,14 Millionen Wahlberechtigte ab.
Bürgermeisterwahl in New York: Wird Zohran Mamdani zum Sinnbild des amerikanischen Traums?
Wofür steht Zohran Mamdani?
Mamdani steht für eine besonders links gerichtete Agenda und begeisterte die Wähler bei den Vorwahlen der Demokraten – nicht zuletzt durch seinen Social-Media-Auftritt – mit einer energischen Kampagne, die sich auf eine Verringerung der Lebenskosten in New York konzentrierte. Der Politiker aus dem Stadtteil Queens will etwa die hohen New Yorker Mieten deckeln und Busfahren gratis machen. Gleichzeitig war Mamdani durch seine scharfe Israel-Kritik aufgefallen.
US-Präsident Donald Trump hatte Mamdani, der sich selbst als „demokratischen Sozialisten“ bezeichnet, in den vergangenen Wochen mehrfach attackiert. Zuletzt schrieb Trump im Onlinedienst Truth Social, dass jeder Jude, der für Mamdani stimme, ein „dummer Mensch“ sei, da dieser nachweislich ein Antisemit sei.
Der unabhängige Bürgermeister-Kandidat Andrew Cuomo bei der Stimmabgabe in New York
© Alexi J. Rosenfeld/Getty Images/imago
Trump sprach nicht dem Republikaner seine Unterstützung aus
Der US-Präsident drohte im Wahlkampf unter anderem damit, die Bundesmittel für New York im Falle seines Wahlsiegs auf das rechtlich mögliche Mindestmaß zu senken, und bekräftigte dies am Wahltag. Trump hatte dem aussichtsreichsten Rivalen Mamdanis, dem ehemaligen Gouverneur des Bundesstaats New York Andrew Cuomo, seine Unterstützung ausgesprochen. Dritter im Rennen war der Republikaner Curtis Sliwa, er galt allerdings als chancenlos. Nach aktuellem Stand vereinte er bei der Wahl nur 7,1 Prozent der Stimmen auf sich.
Trump erklärte im Vorfeld auf Truth Social, eine Stimme für Sliwa sei „eine Stimme für Mamdani“ und sprach sich für Cuomo aus. „Ob man Andrew Cuomo nun persönlich mag oder nicht, man hat keine Wahl. Man muss für ihn stimmen und hoffen, dass er hervorragende Arbeit leistet“, so Trump.
Experten zufolge könnte es nun zu „einer Art politischer Konfrontation“ mit Trump kommen. Trump werde New York City „aggressiver behandeln“, sagte der Politikwissenschaftler Grant Reeher von der Syracuse University der Nachrichtenagentur AFP vor dem Wahltag.
Die US-Bundesregierung stellt New York City im Haushaltsjahr 2026 rund 7,4 Milliarden US-Dollar (ca. 6,4 Milliarden Euro) zur Verfügung, was etwa 6,4 Prozent der Gesamtausgaben entspricht, berichtete Reuters unter Berufung auf Daten des Rechnungsprüfers des Staates New York.
Demokraten gewinnen auch in Virginia und New Jersey
Zwei Demokratinnen gewannen darüber hinaus die Gouverneurswahlen in den beiden US-Bundesstaaten Virginia und New Jersey. Die drei Abstimmungen galten als wichtiger Stimmungstest für Trump rund ein Jahr nach seiner Wiederwahl zum Präsidenten und ein Jahr vor den Zwischenwahlen zum Kongress. (mit AFP)
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