Autofiktionales Erzählen

Wie aus zwei Menschen Mutter und Kind werden: „zu lieben“ von Ulrike Draesner

Ulrike Draesner erzählt so, als wäre man direkt an ihrer Seite. Ihr Roman über das Familie-Werden enthält ein Wunder und gesellschaftliche Realität. Die Buchkritik.

6 Min
Ulrike Draesner ist Dichterin und Erzählerin, sie lehrt als Professorin am Literaturinstitut Leipzig und wohnt in Berlin.

Ulrike Draesner ist Dichterin und Erzählerin, sie lehrt als Professorin am Literaturinstitut Leipzig und wohnt in Berlin.

© Gerald Matzka/dpa

Ein Paar, das schon eine Weile zusammenlebt und von Anfang an davon ausging, einmal sich als Eltern zu verbinden, bekommt das ersehnte Kind nicht. Mehrere Schwangerschaften gehen viel zu früh zu Ende. „Das Unglück hatte uns regelmäßig beim Übergang in den vierten Monat ereilt“, schreibt Ulrike Draesner, „einmal auch erst an der Grenze zum fünften Monat.“ Was dieser Zeitpunkt für die Frau bedeutet, umfasst nur zwei Seiten. Danach, heißt es hier, fehlte ihr die Kraft für einen weiteren Versuch. Noch deutlicher: „Vor allem fehlte mir die Kraft für die Angst.“

Mit einem Abo weiterlesen

Sie haben bereits ein B+ Abo?

*