Rüstung

Zukunft der Luftwaffe: Können neue F-35-Jets die Fähigkeitslücke schließen?

Das FCAS-Aus zwingt Berlin zum Umdenken bei der Beschaffung. Ein neuer US-Bericht weckt jedoch Zweifel an der Einsatzbereitschaft des Tarnkappenjets.

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Berlin erwägt die Nachbestellung von F-35-Kampfjets.

Berlin erwägt die Nachbestellung von F-35-Kampfjets.

© IMAGO/Jacek Koslicki / Forum

Nach dem Ende des deutsch-französischen Kampfjet-Projekts FCAS hat die Bundesregierung Überlegungen aufgenommen, weitere F-35-Tarnkappenjets in den USA zu bestellen, um eine Fähigkeitslücke bis zum Start eines europäischen Nachfolgers zu überbrücken. Ein neuer Bericht des US-Rechnungshofs zeigt jedoch erhebliche Probleme bei der Einsatzbereitschaft der Flotte.

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat nach dem Aus des Future Combat Air System (FCAS) mehrere Optionen genannt. Eine sei, weitere F-35-Kampfjets aus den USA zu bestellen, zusätzlich zu den bereits georderten 35 Maschinen. Als weitere Möglichkeiten nannte er den Einstieg in ein laufendes internationales Projekt – als wahrscheinlich gilt das britisch-italienisch-japanische Global Combat Air Programme – oder ein eigenes Vorhaben unter deutscher Führung mit Airbus.

Luftwaffe sieht Fähigkeitslücke

Der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Holger Neumann, hat sich gegenüber dem Handelsblatt für eine Beschaffung weiterer F-35-Jets zur Überbrückung ausgesprochen. Zwischen der Auslieferung der letzten Eurofighter 2035 und der Verfügbarkeit eines künftigen europäischen Kampfflugzeugs entstehe „eine Lücke, die wir überbrücken müssen“, sagte Neumann. Ohne Tarnkappen-Fähigkeiten und das Zusammenwirken mit unbemannten Systemen stoße die Luftwaffe an „operationelle Grenzen“.

Nur 25 Prozent voll einsatzbereit

Der US-Rechnungshof meldet in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht einen weiteren Rückgang der Einsatzbereitschaft der F-35-Flotte, wie das Fachportal Defense News berichtete. Die sogenannte „Full Mission Capable Rate“ – der Anteil der Zeit, in der die Jets alle zugewiesenen Aufgaben erfüllen können – ist demnach im Haushaltsjahr 2025 auf 25 Prozent gefallen. 2021 lag der Wert noch bei 38 Prozent. Die allgemeine Einsatzbereitschaftsrate, die mindestens eine erfüllbare Aufgabe voraussetzt, sank im selben Zeitraum von 67 auf 44 Prozent.

Die US-Luftwaffe führt den Rückgang im Haushaltsjahr 2025 laut Bericht teils auf neue Maschinen zurück, die wegen Softwareverzögerungen nicht einsatzfähig seien. Zudem fehlten Ersatzteile, und es gebe Korrosionsprobleme. „Die F-35 ist das teuerste Waffensystem des Verteidigungsministeriums, aber sie hat ihre Leistungsziele nicht erreicht, und die Kosten für den Betrieb steigen weiter“, schrieb der Rechnungshof.

Sanierungsprogramm bis 2030

Das F-35-Programmbüro will mit einem im Juni 2025 gestarteten Sanierungsprogramm bis 2030 eine allgemeine Einsatzbereitschaft von 80 Prozent und eine volle Einsatzbereitschaft von 65 Prozent erreichen. Die Kosten beziffert das Büro auf 13,7 Milliarden US-Dollar zusätzlich zur bisherigen Planung bis 2031. Laut Rechungshof ist mit Verbesserungen frühestens Ende 2026 zu rechnen. Ein Sprecher des Herstellers Lockheed Martin erklärte, das Unternehmen habe zuletzt mehr als zwei Milliarden Dollar zur Beschleunigung der Ersatzteilversorgung vorgestreckt.

Das Pentagon betreibt nach Rechungshof-Angaben mehr als 800 F-35-Jets und plant bis Mitte der 2040er Jahre den Kauf von rund 1700 weiteren Maschinen.

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