Für rund 50 Camperfamilien am Stolzenhagener See (Barnim) war die abgelaufene Saison die letzte an ihrem angestammten Platz. Die Gemeinde wird einer Verlängerung der Campingsaison nicht zustimmen, der alte Zeltplatz soll weg. "Die Camper haben nur noch einen befristeten Vertrag. Bis zum 31. Dezember müssen sie freiwillig den Platz räumen. Der Vertrag wird nicht erneuert", sagt Bürgermeister Falk Hennersdorf (CDU).Im nächsten Jahr soll ein Bebauungsplan für die etwa zwei Hektar große Fläche erarbeitet werden. Dann will die Gemeinde mit Hilfe von Fördermitteln des Landes einen neuen Zeltplatz gemäß der Brandenburgischen Campingplatzverordnung errichten. 160 bis 200 Stellplätze sollen entstehen. Vor Saisonbeginn 2002 ist nach Angaben des Bürgermeisters aber nicht mit einer Fertigstellung zu rechnen. Die als "Stolzenhagener Zeltplatzstreit" bekannt gewordene Auseinandersetzung um das Feriencenter am See ist damit beendet. Am 15. März hatte die Amtsverwaltung Wandlitz die Camper aufgefordert, den Platz bis zum Monatsende zu räumen, obwohl diese die Pacht für 1999 bereits an den Betreiber gezahlt hatten. Am 22. April eskalierte der Streit, nachdem das Amt Wandlitz die Einzäunung hatte abreißen und am Seeufer verbrennen lassen. Erst nach acht Wochen erbittertem Streit und einem ersten Gerichtsurteil zu Gunsten der Camper vereinbarten Gemeinde und Camper einen Kompromiss. Damals wurde ein Vertrag über die Saison 1999 abgeschlossen und festgeschrieben, die Camper hätten den Platz dann freiwillig zu räumen.Doch die Dauercamper hatten nach einer Platz-Besichtigung durch die Untere Bauaufsicht gehofft, sie könnten weiterhin bleiben. "Wenn der Platz wirklich geschlossen wird, ist der Bestandsschutz weg. Dann beginnt das Genehmigungsverfahren für einen Campingplatz bei Punkt null", hatte Uwe Stegert vom Barnimer Bauordnungsamt Bürgermeister Falk Hennersdorf deutlich gemacht. Aber der ließ sich nicht umstimmen. Hennersdorf besteht darauf: "Wir wollen einen Campingplatz der Spitzenklasse."Enzio Ihrcke, Vorsitzender des Vereins Stolzenhagener Campingfreunde, ist enttäuscht. Der Verein hatte den Platz in diesem Jahr in Eigenregie geführt. "Bei dem Vertrag mit der Gemeinde sind wir bis an die Schmerzgrenze gegangen. Wir hatten eigentlich nur Pflichten und keine Rechte. Die Frage des Bestandsschutzes hatte die Gemeinde nicht bedacht. Deshalb haben wir neue Hoffnung geschöpft." Doch ein letzter Gesprächstermin beim Rathauschef endete am Donnerstag ergebnislos. Ihrcke ist sicher: "Am Stolzenhagener See wird es auch 2002 keinen Zeltplatz geben."Bürgermeister Falk Hennersdorf will die Planungen für den zukünftigen Campingplatz "so früh wie möglich" öffentlich vorstellen um Zweifel am Vorhaben zu zerstreuen.ZELTPLATZSTREIT Eine Saison Aufschub // Am 15. März hatte die Amtsverwaltung Wandlitz die Camper aufgefordert, den Platz bis zum Monatsende zu räumen.Am 22. April eskalierte der Streit, als das Amt Wandlitz die Einzäunung am Seeufer verbrennen ließ.Nach einem Gerichtsurteil für die Camper wurde ein befristeter Verlängerungsvertrag für 1999 geschlossen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: briefe@berliner-zeitung.de