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„Zusammen laut werden“: Studenten besetzen Berliner Alice-Salomon-Hochschule

Die Gruppe „Alice besetzt“ will Veränderungen an der Hochschule bewirken. Seit Montagnachmittag okkupieren Studenten einen Hörsaal. Man will über Nacht bleiben.

Team News jla
3 Min
Die Alice-Salomon-Hochschule in Marzahn-Hellersdorf.

Die Alice-Salomon-Hochschule in Marzahn-Hellersdorf.

© Jürgen Ritter/Imago

Das Audimax der Alice-Salomon-Hochschule (ASH) in Berlin-Hellersdorf ist von Studenten besetzt worden. Wie eine Sprecherin am Montag mitteilte, befinden sich derzeit etwa 40 bis 50 Menschen in dem Hörsaal. Die Hochschulleitung sei um Lösungen bemüht und wolle der Gruppe ermöglichen, ihr bis Freitag geplantes Programm im Audimax abzuhalten. Laut Mitteilung der Besetzergruppe vom Montagabend habe man die Erlaubnis erhalten, über Nacht bleiben zu dürfen. Die Stimmung sei entspannt.

Eine Gruppe namens „Alice besetzt“ hatte die Aktion am Sonntag angekündigt und begründete dies mit dem Kampf für bessere Studien- und Arbeitsbedingungen. Die Gruppe fordert nach eigenen Angaben vor allem die gleichberechtigte Teilhabe aller Studierenden, den Abbau von Barrieren und die Erschaffung und Erhaltung von Freiräumen für Studierende. Die Hochschule im Berliner Nordosten bietet Studiengänge in den Bereichen Soziale Arbeit, Gesundheit sowie Erziehung und Bildung in der Kindheit an.

Kostenlose Menstruationsartikel und Migrantenquote

Auf Twitter veröffentlichte der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der ASH am frühen Montagabend ein Papier mit konkreten Forderungen. Unter anderem setze man sich für kostenlose Menstruationsartikel auf den Toiletten sowie für bessere Gehälter ein. Außerdem werden Weiterbildungsprogramme für Dozenten sowie eine Umsetzung der im Berliner Partizipationsgesetz festgehaltenen Migrantenquote von 35 Prozent gefordert.

Alice besetzt: Vorwürfe richten sich auch an den Berliner Senat

„Es kann nicht sein, dass eine Hochschule, die für ihre linke Haltung und politisierte Studienschaft bekannt ist es ihren Studierenden so schwer macht, wirklich mitzureden!“, hieß es in einer Pressemitteilung der Besetzer vom Montag. Man habe „irgendwann keinen Bock mehr“ gehabt, über wichtige Entscheidungen an der Hochschule erst im Nachhinein informiert zu werden. Daher habe man „es jetzt einfach selbst in die Hand genommen“.

Demnach richtet sich die Aktion auch direkt gegen den Berliner Senat. In der Vergangenheit seien wiederholt Gelder für die städtischen Unis gekürzt worden, insbesondere im sozialen Bereich. Gerade dieser würde angesichts zunehmender Krisen jedoch weiter an Relevanz gewinnen. „Wir müssen jetzt alle zusammen laut werden“, erklärte ein Mitglied der Besetzergruppe.

In einem Tweet vom Montagabend teilte die Gruppe mit, sich mit der Hochschulleitung vorläufig geeinigt zu haben. Man werde über Nacht in dem Gebäude nahe dem U-Bahnhof Hellersdorf bleiben. Wer sich der Gruppe anschließen wolle, sei noch bis 21 Uhr dazu eingeladen. (mit dpa)

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