Das Amtsgericht Vechta hat einen 45-jährigen Mann wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu zwei Jahren Haft verurteilt. Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Angeklagte zwischen Mitte 2022 und Ende 2024 eine Legehennenfarm im niedersächsischen Dinklage um insgesamt 120.000 Eier gebracht. Das bestätigte ein Gerichtssprecher der dpa.
Laut Anklage fuhr der Mann über einen Zeitraum von rund zweieinhalb Jahren regelmäßig auf das Gelände des Betriebs und ließ sich dort große Mengen Eier aushändigen. Gegenüber dem einzigen vor Ort tätigen Arbeiter gab er an, die Abholung sei mit dem Inhaber des Unternehmens abgesprochen. Der Mitarbeiter vertraute den Angaben und übergab die Ware.
Urlaubsvertretung schöpfte Verdacht
Aufgeflogen ist die Masche erst, als der zuständige Stallarbeiter im Urlaub war. Als der Angeklagte erneut auftauchte, um eine größere Menge Eier mitzunehmen, schöpfte die Urlaubsvertretung Verdacht und kontaktierte den Chef des Betriebs. Dieser bestätigte, dass keinerlei Vereinbarung über die Abholung bestand.
Der Prozess hatte in der vergangenen Woche begonnen. Der Angeklagte selbst äußerte sich nach Angaben des Gerichts nicht zu den Vorwürfen. Am zweiten Verhandlungstag fiel das Urteil: Nachgewiesen wurden 110 Einzelfälle mit einer Schadenssumme von rund 22.000 Euro.
Rechtskräftig ist das Urteil noch nicht. Gegen die Entscheidung kann binnen einer Woche Berufung eingelegt werden.
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