Washington

Zwei Nationalgardisten durch Schüsse verletzt: Trump spricht von „Akt des Terrors“

Zwei Soldaten der Nationalgarde wurden in der Nähe des Weißen Hauses durch Schüsse verletzt. Als Verdächtiger gilt ein afghanischer Staatsbürger. Trump fordert Konsequenzen.

Anika Schlünz AFP/Anika Schlünz
3 Min
Soldaten der Nationalgarde patrouillieren vor dem Kapitol.

Soldaten der Nationalgarde patrouillieren vor dem Kapitol.

© Rahmat Gul/AP/dpa

US-Präsident Donald Trump hat den Schusswaffenangriff in Washington mit zwei schwer verletzten Soldaten der Nationalgarde als „Akt des Terrors“ bezeichnet. Bei dem mutmaßlichen Täter handele es sich um einen Mann, der 2021 aus Afghanistan gekommen sei, sagte Trump am Mittwoch (Ortszeit).

Trump veröffentlichte am späten Mittwoch eine Videobotschaft, in der er die Schießerei als „eine böse Tat, eine Tat des Hasses und einen Terrorakt“ bezeichnete. Er sagte, seine Regierung werde alle Afghanen, die während der Präsidentschaft von Joe Biden in die USA gekommen seien, „erneut überprüfen“.

Bürgermeisterin Washingtons sprach von „gezieltem“ Angriff

Der 29-jährige Verdächtige soll im Rahmen eines Programms für Afghanen eingereist sein, die die USA während des Afghanistan-Krieges unterstützt hatten und wegen der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban nach dem Rückzug der USA flohen, berichtete Reuters unter Berufung auf einen US-Beamten.

FBI-Chef Kash Patel sprach vor Journalisten von einem „schrecklichen Gewaltakt“ und sagte, die beiden angeschossenen Soldaten seien in einem „kritischen Zustand“. Die Bürgermeisterin von Washington, Muriel Bowser, sprach von einem „gezielten“ Angriff auf die Nationalgarde, ohne weiter auf das mögliche Motiv einzugehen.

Die US-Einwanderungs- und Ausländerbehörde USCIS erklärte in einem Beitrag auf X, sie werde die Bearbeitung von Einwanderungsanträgen afghanischer Staatsbürger bis auf Weiteres und „mit sofortiger Wirkung“ aussetzen.

Der Schusswaffenangriff hatte sich laut Polizei zwei Straßenblocks nordwestlich des Weißen Hauses nahe einer Metrostation ereignet. Nach Polizeiangaben griff der Bewaffnete seine Opfer aus dem Hinterhalt an. Trump bezeichnete den Schützen in seinem Onlinedienst Truth Social als „Tier“ und schrieb, der Bewaffnete werde einen „sehr hohen Preis“ für seine Tat zahlen.

Hegseth: Nationalgardisten in Washington werden aufgestockt

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth kündigte nach dem Vorfall an, die Zahl der Nationalgardisten in der Hauptstadt um 500 auf mehr als 2500 aufzustocken. Der Gewaltakt stärke den Entschluss der Regierung, Washington wieder „sicher und schön“ zu machen, betonte er am Rande eines Besuchs in der Dominikanischen Republik.

Trump hatte die Soldaten ab August in der Hauptstadt stationiert. Sie sollten dort für mehr Sicherheit sorgen. Der Präsident behauptete, Washington habe eine „höhere Verbrechensrate als einige der gefährlichsten Orte der Welt“. Polizeistatistiken belegen dies allerdings nicht.

Trump hatte die Nationalgarde auch in weitere in Städte wie Los Angeles und Memphis entsandt, die von den oppositionellen Demokraten regiert werden. Er begründete dies mit angeblich ausufernder Gewaltkriminalität und mit den Protesten gegen die harte Abschiebepolitik seiner Regierung. Gegen die Einsätze gibt es zahlreiche Klagen vor Gericht.

Eine US-Bundesrichterin hatte den Einsatz der Nationalgarde in der US-Hauptstadt erst vergangene Woche für gesetzwidrig erklärt. Die Richterin Jia Cobb gewährte der Regierung aber einen Aufschub bis zum 11. Dezember, um dagegen Rechtsmittel einzulegen.

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