HELSINGBORG. So einfach ist das. "Es war alles frei. Ich hatte nur noch den Torwart vor mir. Und dann habe ich geschossen. Schon ein Wahnsinngefühl", sagte Andreas Beck, nachdem er mit der deutschen U21-Nationalmannschaft dank eines 1:0 (1:0) gegen Italien in das Finale der Europameisterschaft in Schweden eingezogen war. Beck, der Hoffenheimer, der nicht unbedingt für den gefährlichen Fernschuss bekannt ist, hatte dieses entscheidende Tor bereits in der 48. Minute erzielt. Aus halbrechter Position, aus etwa 25 Metern. Er selbst staunte: "Ich schieße ja nicht so oft ein Tor." Beck trifft mit der deutschen Auswahl im Endspiel am Montag nun auf die Engländer, die im zweiten Halbfinale Schweden nach dramatischem Kampf mit 5:4 im Elfmeterschießen (3:3 n.V., 3:3, 0:3) bezwungen hatten.Wie sich wieder einmal gezeigt hat, kann sich vor allem Felix Magath freuen. Schon bald wird der neue Cheftrainer von Schalke 04 im Mannschaftstraining Torhüter Manuel Neuer und Innenverteidiger Benedikt Höwedes begrüßen dürfen. Zwei junge Profis, die in Schweden all ihr Talent eindrucksvoll zur Schau stellen und wohl jede Menge Selbstvertrauen mit nach Gelsenkirchen bringen werden.So steht außer Frage, dass Manuel Neuer endlich an Konstanz gewonnen hat, bei Weitem nicht mehr so fahrig agiert, wie noch zu Beginn der vergangenen Saison. Nicht blockiert, sondern angespornt vom Interesse des FC Bayern, das trotz der Schalker Absagen immer noch besteht, gibt er in diesen Tagen den Torhüter der Zukunft: reaktionsschnell auf der Linie; nicht zu wild beim Versuch der Strafraumbeherrschung; stark mit Arm und Fuß, wenn es um die Spieleröffnung geht. Immer unter Spannung.Alternative für LöwDas gilt auch für seinen Vereinskollegen Benedikt Höwedes, der hochkonzentriert seine Abwehraufgaben verrichtet und mittlerweile auch für Bundestrainer Joachim Löw eine ernsthafte Alternative im zentralen Abwehrbereich darstellt. Gegen die Italiener war der 21-Jährige nach der Verletzung des etatmäßigen Kapitäns Sami Khedira von U21-Coach Horst Hrubesch mit der Spielführerbinde in die Verantwortung genommen worden.Letztlich war es also die deutsche Defensivkraft, die das Streben der Italiener entscheidend hemmte. Wobei man nach einem durchaus beherzten Beginn in der ersten Hälfte hin und wieder die bekannten Schwächen offenbarte. Nur selten war auch in dieser Partie ein harmonisches Miteinander zu erkennen, was sich Hrubesch als Vorwurf gefallen lassen muss. Nur selten glückte ein spielerischer Aufbau, allzu oft wurde man deshalb schnell wieder in die eigene Hälfte zurückgedrängt. Aber da war Neuer, der mehrmals prächtig parierte, wie in der 18. Minute, als er einen Kopfball von Marco Motta abwehren konnte. Und als Neuer kurz vor dem Halbzeitpfiff überwunden schien, putzte Marko Marin den italienischen Versuch von der Linie."Wir haben uns die Sache in der ersten Halbzeit wieder einmal selbst schwer gemacht. Aber da war ja Manu bei uns im Tor", sagte ein glücklicher Hrubesch. (BLZ)------------------------------Foto : Wer ein Tor schießt, muss knuddeln: Hoffenheims Andreas Beck (l.)
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