Zweite Bundesliga

Fazit nach dem Sieg gegen Greuther Fürth: Hertha BSC hat wieder Siegertypen

Das 5:0 im Berliner Olympiastadion bringt Hertha-Trainer Pal Dardai die Gewissheit, dass in seinem Kader spannende Fußballer stecken.

dpa
3 Min
Hertha-Coach Pal Dardai gratuliert Haris Tabakovic zu seinem Tor. 

Hertha-Coach Pal Dardai gratuliert Haris Tabakovic zu seinem Tor. 

© Jürgen Engler/imago

Bevor Toni Leistner als letzter Berliner Spieler in den Tiefen des Olympiastadions verschwand, warf er ein paar kreischenden Hertha-Fans noch sein blau-weißes Trikot zu. „Ich lass immer mein Herz auf dem Platz, das wird anscheinend honoriert“, sagte Leistner zu seiner neu erlangten Popularität, die vermutlich auch mit Herthas höchstem Liga-Sieg seit August 2013 (6:1 gegen Frankfurt) zusammenhing. ­­Durch das 5:0 (2:0) des Berliner Fußball-Zweitligisten gegen Greuther Fürth war nicht nur das Stück Stoff des neuen Kapitäns ein gern genommenes Souvenir. Etliche Spieler zeigten am Samstag, dass im Hertha-Kader ordentlich Potenzial schlummert.

„Ich glaube, er ist ein Siegertyp“, sagte Trainer Pal Dardai etwa über den 29 Jahre alten Stürmer Haris Tabakovic. Zwei Tore (23. und 77. Minute) und eine Vorlage steuerte der Neuzugang von Austria Wien zum ersten Saisonsieg bei, zudem trafen Marten Winkler (31.), Palko Dardai (46.) und Smail Prevljak (66.) vor 35.291 Fans im Olympiastadion. „Sauer“ war Tabakovic trotzdem – über seine Auswechslung. „Er wollte drei Tore schießen oder vier“, erklärte Dardai. „Er ist ein guter Junge.“

Lob für Herthas Zugänge Tabakovic und Karbownik

Gut war vor allem Tabakovics Riecher beim 1:0, als er erfolgreich Fürths Torwart Jonas Urbig anlief und so das Tor erzwang. Der nach seinem gegen den HSV erlittenen Nasenbeinbruch mit einer Maske spielende Leistner merkte an: „Ein Dreckstor.“ Eines, das stellvertretend für die Berliner Gier stand, nachdem die Mannschaft aus den ersten drei Saisonspielen weder für Punkte noch Tore gesorgt hatte.

Viel Lob heimste Linksverteidiger Michal Karbownik ein, der erstmals für die Berliner auflief. Zusammen mit dem spiel- und lauffreudigen Fabian Reese kurbelte der 22-Jährige immer wieder die Offensive an, am 2:0 war er wesentlich beteiligt. „Er hat super gespielt nach meinem Auge“, sagte Dardai. Auch Tabakovic schwärmte von Karbowniks Fähigkeiten. Dieser sei stark am Ball, könne von links in die Mitte ziehen und eben auch mal drei Spieler umspielen – „sehr stark“.

Stark war auch die Leistung von Torwart Tjark Ernst, der vor allem in Hälfte zwei mehrmals klasse parierte. „Das ist mein Job, die ganze Zeit hellwach zu sein“, sagte Ernst. „Dafür arbeite ich tagtäglich.“ Als er dann gefragt wurde, wie es um seine Hoffnungen bestellt sei, in dieser Saison als Stammkeeper das Berliner Tor zu hüten, sagte der 20-Jährige selbstbewusst: „Sehr groß.“ Er habe das Vertrauen der Verantwortlichen, „das spüre ich.“

Falls Marius Gersbeck, gegen den die Staatsanwaltschaft Salzburg wegen schwerer Körperverletzung ermittelt, nach seiner Suspendierung doch wieder ins Team zurückkehrt, droht dem eigentlich als Nummer eins aus Karlsruhe geholten 28-Jährigen ein harter Konkurrenzkampf. Für die Berliner eine gute Nachricht: Sie haben wieder Optionen und Typen – von ganz hinten bis vorn.

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