Er ist ein bekannter Berliner Schriftsteller und als Arzt ein Aushängeschild der Charité. Nun aber verlässt Jakob Hein nach 13 Jahren das Uniklinikum. Zum 31. März gibt er seinen Posten als Oberarzt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie auf. "Ich gehe erst mal in die Arbeitslosigkeit", sagte Hein gestern. Er bedauere seinen Weggang aus der Charité, bat aber um Verständnis dafür, dass er sich zu den Gründen, die dazu geführt haben, nicht näher äußern könne.Zuvor hatte eine Plagiatsaffäre an der Charité Wirbel ausgelöst, in die Hein involviert war. Zum Jubiläum des Uniklinikums war im Mai vergangenen Jahres die Chronik "300 Jahre Charité - Im Spiegel ihrer Institute" erschienen. Als Herausgeber fungierten Charité-Chef Karl Max Einhäupl, sein Vorgänger Detlev Ganten sowie Jakob Hein. Der Autor Falko Hennig, ein Bekannter von Hein, sollte 250 bis 350 Seiten beisteuern. Dieser beauftragte weitere Helfer, die ihm zuarbeiten sollten. Nach der Veröffentlichung stellte sich dann heraus, dass Teile des Buches aus anderen Publikationen abgeschrieben worden waren. Die Chronik wurde eingestampft. Gegen Hennig wurden rechtliche Schritte eingeleitet. (tt.)------------------------------Foto: Jakob Hein