BERLIN, 21. September. Die Benachteiligung kleiner und mittlerer Unternehmen durch die politische Praxis hat die Arbeitsgemeinschaft Selbstständiger Unternehmer (ASU) am Dienstag in Berlin beklagt. Der Präsident der ASU, Peter Barth, stellte die Broschüre "Chancengleichheit für den Mittelstand" des Unternehmerinstituts UNI vor, in der zahlreiche gesetzliche Regelungen kritisiert werden. Bessere SubventionskontrolleEin Beispiel für die Benachteiligung seien die Subventionen, die zu 97 Prozent an Großunternehmen gehen, sagte Vizepräsident Thomas Selter. Diese Zahlungen würden auch von mittelständischen Unternehmen finanziert, die 80 Prozent aller Mitarbeiter im privaten Sektor beschäftigten. Hinzu komme, dass subventionierte Konzerne in den oft noch Arbeitsplätze abgebaut hätten. Die ASU fordert daher neben einer besseren Kontrolle der Zahlungen, bestehende Subventionen auslaufen zu lassen und keine neuen Verpflichtungen einzugehen. Zudem sprach sich Selter gegen die "Beschlagnahmung selbstständiger Unternehmer für staatliche Zwangsdienste" aus. So müssten die Unternehmen etwa Steuern der Arbeitnehmer berechnen. Dies sei eigentlich Aufgabe des Staates. Dabei würden wiederum kleinere Unternehmen stärker belastet als bürokratieerfahrene Konzerne. Selter plädierte dafür, dass jeder Bürger seine Steuern selbst zahlen solle. Die Behörden könnten beispielsweise Rechnungen verschicken.Um die Chancengleichheit zwischen mittleren und Großunternehmen zu gewährleisten, forderte Selter weiterhin eine Senkung der Steuerlast, eine Flexibilisierung des Tarifrechts sowie eine Liberalisierung des Arbeitsrechts. (jwe.)