Rund ein Viertel aller in der Europäischen Union gestellten Asylanträge entfallen auf Deutschland. Auch im Bezug auf die Einwohnerzahl übernehme Deutschland mit eine Hauptlast des Flüchtlingsstroms, erklärte die Bundesregierung auf Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion am Donnerstag in Berlin. Entgegen der anhaltenden Kritik hätten etwa Italien und Griechenland keine „unverhältnismäßig hohen Asylbewerberzahlen“, so die Bundesregierung mit Bezug auf Angaben des EU-Statistikamtes Euro-stat.

Deutschland habe im vergangenen Jahr rund 23 Prozent der in der Europäischen Union registrierten Asylanträge zu bewältigen gehabt, Italien und Griechenland dagegen nur fünf beziehungsweise drei Prozent, geht aus den Eurostat-Angaben hervor. Gemessen am Verhältnis der Zahl der Asylanträge zu den jeweiligen Bevölkerungszahlen bedeute dies in Deutschland eine Rate von 945 Asylbewerbern pro einer Million Einwohner. Für Griechenland ermittelte Eurostat eine Rate von 850 Asylbewerbern und für Italien eine Rate von 260 Asylbewerbern.

Die höchsten Raten vor Deutschland erreichen den Angaben zufolge Malta, Schweden, Luxemburg, Belgien, Österreich, Zypern und Dänemark. Gleichwohl würden 70 Prozent der Asylbewerber 2012 laut Eurostat auf die fünf EU-Mitgliedstaaten Deutschland, Frankreich, Schweden, Großbritannien und Belgien entfallen, heißt es in der Antwort der Bundesregierung. (KNA)