Tschernobyl - 10 Jahre danach, ORB. Der Super-GAU in der Ukraine liegt genau 10 Jahre zurück. Man hätte an die Katastrophe ganz bequem erinnern können, mit einem aus Archivmaterial zusammengeschusterten, besinnlichen Bericht. Aber Reinhard Schneider wollte mit seiner Reportage tiefer bohren: Er reiste zur Sperrzone, befragte ehemalige Arbeiter des Kraftwerks nach ihren Erinnerungen, zeigte technische Mängel und "menschliches Versagen" auf. Besonders gespenstisch waren Aufnahmen aus dem "Sarkophag", die ein russischer Arbeiter machte. Auf seinem Videoband wurde Radioaktivität sichtbar: Sie griff das Filmmaterial an, auf der Kassette waren weiße Pigmente zu sehen.Schneider führte Interviews mit urspünglich evakuierten Menschen, die illegal in ihre Häuser zurückgekehrt waren. Es war sicher nicht ungefährlich, diese Reportage zu machen - dafür raubte sie einem nicht nur den Atem, sondern auch die Gleichgültigkeit, die man im Laufe der Jahre gegenüber diesem Thema entwickelt hatte. +++