Die Concordia Bau und Boden AG - eine börsennotierte Aktiengesellschaft - baut auf dem Gelände der einstigen Elfe-Schokoladenfabrik an der Gustav-Adolf-Straße in Weißensee auf 60 000 Quadratmetern eine Bürostadt. Rund 600 Millionen Mark investiert das Unternehmen."Wir spüren große Akzeptanz in der Bevölkerung für unser Projekt und Nachfrage nach den Gewerbeflächen" - Hans Kamps von der Concordia Bau und Boden AG gibt sich optimistisch."Schön, daß auf den leeren Flächen was Neues entsteht. Nur das Sonnenlicht ist uns jetzt genommen." Renate Sawidzky wohnt seit Jahrzehnten in einer der aus den 30er Jahren stammenden Häuserzeilen und sieht vor ihren Fenstern eines der sechs großen Bürogebäude emporwachsen. "Allerdings hätten hier mehr Wohnungen gebaut werden müssen. Die beiden Komplexe am Rande sind zuwenig."150 Wohnungen, frei finanziert und im ersten Bauabschnitt schon verkauft, sind nicht viel, bestätigt der stellvertretende Projektleiter Kamps. "Als wir das Gelände von der Treuhand kauften und die Planungen begannen, hatten wir schon den Mix von Arbeiten, Wohnen, Einkaufen im Sinn. Nur waren damals die Prämissen anders - eben auf Gewerbeflächen - gesetzt."Inzwischen stehen in Berlin allerorten Gewerbeflächen leer. Für den Weißenseer Standort sieht Marketingmitarbeiter Christian Hahn bisher diese Probleme nicht. "Das Elfe-Gelände ist ein Begriff, die Leute identifizieren sich damit. Ihnen gefällt, daß die alte Elfe-Fabrik 1993 revitalisiert und in traditioneller Industriearchitektur saniert wurde. Diese Räume waren sofort weg.Die neuen Gebäude greifen diese Traditionen auf." Sie werden in Blockstruktur mit Klinkerverkleidung errichtet und insgesamt 60 000 Quadratmeter Nettonutzfläche bieten. Nur der Louis-Held-Bau fällt in ungewöhnlich versetzt angeordneter Spiegelglas-Konstruktion mit schrägen Flachdächern aus dem Rahmen.Die Architekten des Areals, die Münchner Storr-Consulting und der schon am Nikolaiviertel beteiligte Berliner Architekt Dr. Günter Stahn, erinnern im funktionalen Entwurf und mit der Namensgebung für jedes Gebäude - so auch Marianne Brandt, Andreas Feininger oder Umbo (Otto Umbehr) - an Bauhaus-Traditionen und Bauhaus-Mitarbeiter."Das Innenleben wird ganz individuell auf die künftigen Nutzer zugeschnitten", erläutert Christian Hahn, der jetzt die Vermarktung der beiden von Juni bis September fertig werdenden Häuser betreibt. Mit dem Louis-Held-Bau wird 1996 das gesamte Projekt abgeschlossen sein. "Büroflächen von 30 Quadratmeter bis hin zu einer ganzen Etage können ganz nach Wunsch mit Innenwänden, Naßbereichen und so weiter gestaltet werden. Die Quadratmetermieten bewegen sich zwischen 30 und 35 Mark."Der Standort wirbt mit Nähe zur Autobahn und aufgelockerter, grüner Stadtstruktur. Daß weder S- noch U-Bahn in der Nähe sind, sei ein Mangel, gibt Hahn zu. Der allerdings sei mit der Qualität des Angebotes wettzumachen. Für den Bezirk baut die Concordia eine Kindertagesstätte als Ersatz für ein altes Gebäude, das weichen muß. Freuen werden sich Anwohner und künftig hier Beschäftigte auch über Geschäfte und Restaurants in den Erdgeschoßzonen der neuen Wohnhäuser. +++

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