In der Invalidenstraße 3 steht die Ruine der von Karl Friedrich Schinkel gebauten St.-Elisabeth-Kirche. Der Bau, der mit seinem herrlichen, durch Säulen gegliederten Portal an einen antiken Tempel erinnert, zählt zu den wichtigsten Vorstadtkirchen des Architekten. 1945 wurde das Gebäude von einer Brandbombe getroffen, bis zur Wende ist es zunehmend verwahrlost. Der Boden füllte sich mit Schutt, Bäume wuchsen aus den Fenstern; unter dem Nachthimmel wurden dort Gelage gehalten und Theaterstücke gespielt. Am Tag kamen die Leute aus dem Kiez, um sich im angrenzenden Garten zwischen den alten Rosenstöcken zu sonnen. Weil jedoch die Einsturzgefahr wuchs, musste das Gelände 1991 gesperrt werden; die Kirche versah man mit einem provisorischen Dach. Erhoffte SpendenIn diesem Jahr wird die Fortsetzung der Sicherungsmaßnahmen möglich. Die Deutsche Stiftung Denkmalsamt wird 400 000 DM zur Verfügung stellen und das Landesdenkmalsamt 200 000 DM, wenn die Landeskirche und der Kirchenkreis sich mit jeweils etwa 100 000 DM beteiligen. Für die erste Phase der Instandsetzung wurde eine Million DM veranschlagt, man hofft, die restliche Summe durch Spenden aufzubringen. Wie die St.-Elisabeth- Kirche und das benachbarte Gemeindehaus einmal genutzt werden sollen, ist noch offen. Der Eigentümer, die evangelische Kirchengemeinde Sophien, benötigt die Kirche nicht für einen Gottesdienst im herkömmlichen Sinn. Der Pfarrer Hartmut Scheel teilte dieser Tage mit, man sei noch auf der Suche nach einer angemessenen Nutzung. Das Projekt des Kirchenmusikers Gerhart Oppelt, die Kirche ausschließlich zu einem Aufführungsort für alte Musik zu machen, musste abgelehnt werden, weil die Finanzierung unrealistisch erschien. Dennoch soll Oppelt die Möglichkeit haben, dort jeden Monat einige Konzerte zu veranstalten. Auch die Pläne, die Kirche zum Eingangsbereich einer unterirdischen Kunsthalle zu machen und den Park gegen eine Glasfläche einzutauschen, wurden verworfen, weil dies zu rücksichtslos wäre gegenüber der Schinkel schen Originalgestalt. Doch wäre es erstaunlich, wenn ein so ungewöhnlicher Ort in der Mitte der Stadt nicht noch andere Fantasien an sich zieht und durch sie zu neuem Leben erwacht.