Dieser Tage darf sich der Schauspieler Matthias Schweighöfer ("Baal", "Soloalbum") ganz besonders in einer Tugend beweisen: Geduld. Jeder, der hört, dass er in der Inszenierung der Komödie "Eins, zwei, drei" von Ferenc Molnar am Hebbel-Theater spielt, denkt nämlich zuerst an Horst Buchholz. Die Verfilmung von Billy Wilder aus dem Jahr 1961, die damals floppte, weil nach dem Mauerbau kaum jemand darüber lachen konnte, ist beim Publikum extrem präsent. Und Schweighöfer versucht jetzt den Eindruck zu vermeiden, dass er dem Publikum den Hotte machen wird. Unendlich geduldig erklärt er immer wieder: "Ich spiele natürlich den Kommunisten Piffl und nicht den Schauspieler Buchholz." Regie führen Johannes Grebert und Matthias Matschke. Und das Ensemble des Stückes lässt schon Großes erahnen: der extrem schräge Kurt Krömer ist dabei, Andreja Schneider (von den Geschwistern Pfister) und Komödiant Christoph Maria Herbst.Eine Chance, zum Berliner Theater-Dauerläufer zu werden, hat diese Inszenierung trotzdem nicht: Nach der Premiere am 17. März sind nämlich nur noch Vorstellungen bis zum 23. März geplant. Eine "Ich werde das verpassen!"-Panik ist allerdings völlig unangebracht: Am 20. März können die Zuschauer von 3sat und ZDF-Theaterkanal live dabei sein, wenn aus dem jungen, verliebten Kommunisten Piffl ein Turbo-Kapitalist wird. Anspielungen auf die Umerziehung von 16 Millionen ehemaligen DDR-Bürgern inklusive. ----Ein Diplomat wird entsandt, um die Interessen seines Landes zu vertreten. Damit er diesen Auftrag gut erfüllen kann, muss er sich im Gastland ein Netz von Beziehungen knüpfen. Nun liegt es in der Natur des Menschen, dass sich aus geschäftlich angebahnten Beziehungen gelegent- lich auch Freundschaften entwickeln. Freundschaftliche Bande können da plötzlich auch mal stärker sein als die Heimatliebe. Und schon ist er da - der klassische Interessenkonflikt. Um den zu vermeiden, rotieren die Botschafter. Viele bleiben nicht länger als drei Jahre auf einem Posten und wechseln dann auf Anweisung ihres Außenministeriums in ein anderes Land. Als Botschafter muss man sich oft verabschieden. Suyapa Indiana Padilla Tercero, Nicaraguas Vertreterin in Deutschland, musste das gerade mal wieder hinter sich bringen. Nächste Woche tritt sie ihren neuen Posten als Botschafterin in Honduras an. Bei ihrem Wechsel von Wien nach Berlin hatte sie drei ganz besondere Mitbringsel dabei: zwei Hunde und ihren neuen Ehemann, den Wiener Peter Schlifke. Diesmal sind die Souvenirs eher ideell: "Wir haben in Berlin sehr viele Freunde gefunden." Und damit der Kontakt nicht abreißt, lagen beim Abschied in der Botschafterresidenz, einer Wohnung in Westend, Visitenkarten mit der neuen privaten E-Mail-Adresse bereit.Foto: (2) Abschied von Berlin: Nicaraguas Botschafterin Suyapa Indiana Padilla Tercero vertritt ihr Land künftig in Honduras.Matthias Schweighöfer spielt den Kommunisten Piffl im Hebbel-Theater.