Jetzt wollen die Korrespondenten, die sich zur Entlassung Mike Tysons aus dem Gefängnis auf den Weg nach Plainfield/Indiana gemacht hatten, sogar schon wissen, wie es um den Schlaf des ehemaligen Champs bestellt ist. Schlecht soll er in den letzten Nächten gewesen sein, wegen der Vorfreude auf die Freiheit.Ein anderer Insider will herausbekommen haben, daß "Iron Mike" die drei Jahre, die er wegen Vergewaltigung gesessen hat, als "die besten meines Lebens" bezeichnet hat.Wenn der Häftling mit der Nummer 922 335 sich angeblich so wohl hinter Schloß und Riegel gefühlt hat, ist die Frage zulässig, warum er nicht dort geblieben ist, von wo er am Sonnabend morgen um 6 Uhr vorzeitig wegen guter Führung entlassen wurde?Tyson indes wollte nur andeuten, daß er in der Abgeschiedenheit hinter Gittern zu sich selbst gefunden hat. Doch mit der Ruhe wird es nun vorbei sein. Einen Vorgeschmack erhielt Mike, als er dem Gefängnis den Rücken kehrte. Kamerateams aus der ganzen Welt hatten sich angekündigt, zwei US-Sender wollten das Ereignis live übertragen. Die amerikanische Zeitschrift The Ring erschien mit einer 108seitigen Sondernummer in einer Auflage von 500 000 Exemplaren. Promoter Dong King, der mit den senkrecht hochgefönten Haaren, kündigte an, seinem Schützling zur Begrüßung einen 310 000 Dollar teuren Rolls-Royce zu übergeben.Mike Tyson ist derzeit in aller Munde, natürlich ganz besonders in den USA. Geplant ist nämlich der Zahltag des Jahrhunderts. Ein Kampf zwischen Box-Opa George Foreman und Mike soll 250 Millionen Dollar bringen, davon 100 Millionen Dollar für die beiden Kämpfer und deren Partner.Foreman rührte schon jetzt, wo er noch nicht einmal den Kampf gegen Axel Schulz hinter sich hat, die Werbetrommel. "Mike soll zu mir in die Kirche kommen", sagte "big daddy" in einem Interview, "nach Houston. Dort werde ich ihn auf den richtigen Weg bringen. Danach soll er zu mir in den Ring klettern, auch dort werde ich ihm den Weg weisen."Das Szenario stimmt also bereits, nüchterner sieht die Dinge Rock Newman, der Manager von Mike's Kollegen Riddick Bowe."Sie stürzen sich auf Tyson wie Geier auf ein Steak." Zu diesem Bild passen die Worte, die Mike Tyson früher selbst vor seinen Kämpfen gern zum Besten gegeben hat, als er ankündigte, seinen Gegnern das Nasenbein ins Hirn treiben zu wollen. Auf markige Worte wie diese freut sich schon jetzt Promoter Don King. +++