Schön, dass ihr da wart's!", so verabschiedet sich der Mann, der ursprünglich vom Ammersee kommt. Und seine Kundschaft ist derselben Meinung. Denn Jürgen Fürgut versorgt sie mit bestem gegrillten Fisch. Seit einem Jahr tourt er mit seinem Stand durch Berlin. Er grillt Fisch im Ganzen, aber auch als Filets auf Wochen-märkten und manchmal auch auf Straßenfesten.Die Forellen kommen vom Vater. Der züchtet sie in Teichen und Be-cken. Das Wasser wird vom "Verlorenen Bach" abgezweigt, dieser fließt dann später in den Lech. Der Sohn, also Jürgen Fürgut, grillt sie dann in Berlin auf Bestellung. "Makrele ist fett genug, die lege ich schon mal auf, ohne dass einer sie bestellt hat." Bei der Forelle dage-gen, die immer erst auf Bestellung aufgelegt wird, kann es zwischen zehn bis 20 Minuten dauern, bis sie fertig ist. Deshalb gibt es auch schon mal ein paar Hungrige, die nicht gerne warten und wieder gehen. Auch Tintenfischtuben, die Renken aus dem Ammersee oder der Zander aus Dänemark werden immer frisch aufgelegt. Dazu gibt es selbst gemachte Kräuterremoulade, Salat und ein knoblauchstarkes Rucola-pesto.Manchmal ist der Ansturm so groß, dass der Grillmeister auch schon mal ein paar Gäste vergisst. Aber seit Kurzem hat er eine junge Frau als Hilfe, "und richtiges Besteck jetzt auch". Der Mann aus Süddeutschland lebt seit 13 Jahren in Berlin, war auch schon Bauleiter für Garten- und Landschaftsbau. Aber immer zwischen den Stühlen zu sitzen, immer vermitteln oder sogar aufschneiden müssen, das ist nicht Jürgen Fürguts Sache. Und so hat er letztes Jahr eine uralte Idee noch aus seiner Studentenzeit aus-probiert. "Ich hab den Steckerlfisch aus meiner Heimat schon ver-misst." So kommt Berlin endlich in den Genuss von frisch gegrilltem Fisch, und der Mann ernährt mit dieser Geschäftsidee auch seine Fa-milie, die im August Zuwachs bekommt.Über seine Konkurrenten spricht Fürgut nicht, der nicht nur an sei-nem Käppi zu erkennen ist, son-dern auch am T-Shirt mit den Steckerlfischen, seinem Logo. Es lohnt sich auch nicht, über Currywurst, Chinapfanne, Flammkuchen und Co. zu sprechen. Wer gerne auf Märkten oder Straßenfesten schlen-dert, der hat die ewige Massenabfertigung satt, die Stände mit mittel-mäßigem Convenience-Food.Vielleicht ist deshalb so jemand wie der Steckerlfisch-Mann ein Vorreiter für eine neue Imbisskultur, die ähnlich wie in den asiatischen Ländern auf frische Zubereitung, gute Zutaten und handwerkliche Fertigkeiten setzt.Es gibt da noch einen anderen jungen Mann. Timmy Pannewitz ist auch ein Pionier in Sachen Gar-küche. Er glaubt ebenfalls, dass Jürgen - man kennt sich - und seine Wenigkeit etwas in Gang gesetzt haben. Er arbeitet nämlich nicht nur erfolgreich mit seinem Unternehmen jetpong im Cate-ring-Bereich. Er ist auch Grillspe-zialist und praktiziert das, was die asiatischen Straßenköche bereits schon jahrhundertelang ausüben: auf engstem Raum großartige Speisen zuzubereiten und ein wenig Platz zu schaffen für Gäste, die zum Beispiel schnell mal eine frisch gemachte Suppe löffeln wollen. Das "Handling und die logistischen Herausforderungen klappen jetzt schon besser!" Seine Kochstelle ist eine ausgeklügelte Fahrradkonstruktion.Der Koch, der schon mal im 103 in der Kastanienallee gearbeitet hat will mehr. Thai-Fisch-Buletten und Wok-Gerichte sollen dazukommen. Für den kleinen, schnellen Hunger. Denn in Asien isst man viele verschiedene Kleinigkeiten. Seine Spieße sind auf dem Kollwitzmarkt bereits der Renner. Um in den Genuss zu kommen, muss man bei ihm zwar nicht lange warten, wie bei Steckerlfisch & Co., aber es empfiehlt sich, früh da zu sein. Denn Timmy Pannewitz mit jetpong hat nur ein gewisses Kontingent dabei.------------------------------Gute AdressenSteckerlfisch & Co. Mi 10-14 Uhr und Sa 10-16 Uhr (außer 31. 5.) auf dem Winterfeldtmarkt, Schöneberg U-Bhf. Nollendorfplatz; Do 12-17 Uhr, Rathaus Friedenau, Schöneberg, M48; Fr 12-19 Uhr, Arkonaplatz, Mitte, Tram M1jetpong Sa 9-16 Uhr auf dem Kollwitzplatz, Prenzlauer Berg, Tel. 0177-424 79 62: U-Bhf. Senefelderplatz, Eberswalder Straße------------------------------Foto: Jürgen Fürgut grillt seine Fische auf Bestellung und geradezu perfekt - nicht nur auf dem Schöneberger Winterfeldtmarkt.