Die Krise des Berliner Luftverkehrs dauert an. Die Berlin Brandenburg Flughafen Holding (BBF) erwartet, dass die Zahl der Reisenden weiter zurückgehen wird - in diesem Jahr um 2,5 Prozent. Im vergangenen Jahr war das gesamte Passagieraufkommen auf den drei Berliner Flughäfen bereits um 5,3 Prozent auf 12,6 Millionen gesunken. "Nicht nur die Terroranschläge vom 11. September haben dazu geführt. Es ist vor allem die Rezession, die uns zu schaffen macht. Die Menschen haben nicht mehr so viel Geld fürs Verreisen", sagte BBF-Geschäftsführer Götz Herberg. Das neue Jahr habe nicht gut begonnen: "Im Januar hatten wir 9,3 Prozent weniger Flugbewegungen und 12,7 Prozent weniger Fluggäste als im Januar 2001." Trotz Ferien seien die Parkplätze am Flughafen Schönefeld "gähnend leer". Herberg fürchtet, dass die Branche erst im Herbst wieder einen Aufschwung nimmt. Die schlechte Konjunktur wirkt sich auch auf die Holding aus, die Berlin, Brandenburg und dem Bund gehört. Ihre Erlöse aus dem Flughafen-Betrieb sind im vergangenen Jahr um sechs Millionen Euro zurückgegangen. Zwar erhofft das Unternehmen, das 2000 ein Gesamtergebnis von neun Millionen Euro erwirtschaftete, auch für 2001 einen Gewinn. Doch damit die Holding 2002 keine roten Zahlen schreibt, will sie auf Bauprojekte verzichten und die Preise erhöhen. Betroffen ist der "Aviation-Bereich", der den Flugbetrieb abwickelt und dafür Gebühren von den Fluglinien kassiert. Er konnte 2000 seine Kosten zu 13 Prozent nicht decken, für das vergangene Jahr steht ein höherer Verlust ins Haus. Nur die Erträge aus der "Non-Aviation", zum Beispiel Ladenmieten, sorgten am Ende doch noch für schwarze Zahlen. Zum 1. April erhöht die Holding die Gebühren, die Fluglinien für die Abfertigung ihrer Passagiere zahlen müssen, um insgesamt 1,20 Euro pro Person. Dazu gehören Entgelte für Fluggastbrücken und Vorfeldbusse. Ein Jahr später folgen weitere Anhebungen. Dadurch könnten die Flugpreise für die Passagiere auf stark belasteten Routen um ein bis anderthalb Prozent steigen, hieß es. Der irische Billigflieger Ryanair möchte gern von Schönefeld aus nach London-Stansted, Brüssel und Rom fliegen - allerdings ohne dafür Start- und Landegebühren zu zahlen. "Diesen Wunsch mussten wir zunächst mit Nein beantworten", sagte Herberg. Er befürchtet Ärger mit den anderen Fluglinien, die Gebühren zahlen. "Unsere Gespräche mit Ryanair gehen weiter. Vielleicht erzielen wir ja einen Kompromiss."