Heute wird entschieden, wie es mit dem Projekt Großflughafen Berlin Brandenburg International (BBI) weitergeht. Am Mittag trifft sich der Aufsichtsrat der Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH zu einer außerordentlichen Sitzung. Er wird darüber beraten, ob das umstrittene Vergabeverfahren für den Bau des BBI-Empfangsgebäudes fortgeführt wird - oder ob dieses Großprojekt rasch neu ausgeschrieben wird, diesmal in mehreren Teilen.Für den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Berlins Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), drängt die Zeit. Berichten zufolge liegen die Angebote für den Bau des Terminals weit über den geplanten 630 Millionen Euro. Ursprünglich sollte der Flughafen-Aufsichtsrat erst im Dezember entscheiden, wie es mit dem Vergabeverfahren weitergeht. Doch dann wurde eine außerordentliche Sitzung für den 22. Oktober anberaumt - und inzwischen ist der Termin zum zweiten Mal nach vorn verlegt worden. Offenbar soll die Entscheidung so schnell wie möglich fallen, damit sich die absehbaren zusätzlichen Verzögerungen bei diesem Zukunftsprojekt in Grenzen halten.Die BBI-Eröffnung soll Ende Oktober 2011 gefeiert werden. Dieser Termin würde sich um mindestens ein Jahr verschieben, wenn der Terminalbau zum dritten Mal ausgeschrieben würde. Dies bringe auch finanzielle Risiken mit sich, weil die Zinsbelastung steigt und die kalkulierten Erträge aus dem Flughafenbetrieb erst später fließen. Gegen diese Risiken wären die Verteuerungen, die sich bei dem jetzigen Verfahren ergeben, abzuwägen. (pn.)