MARZAHN Trotz der Hitze wird am Blumberger Damm emsig gebaut. Bagger, Lkw und Preßlufthämmer sind fast rund um die Uhr im Einsatz. Unter Hochdruck wird am vierspurigen Ausbau der wichtigen Verbindungsstraße zwischen dem Neubaugebiet und Biesdorf gebaut.Seit Jahren ist die zweispurige Trasse des Blumberger Damms ein Nadelöhr für Autofahrer. Zwischen Cecilienstraße und Landsberger Allee soll das anders werden: Dort können die Autos ab September auf zwei Spuren pro Richtung dahinrollen.Der Blumberger Damm, neben der Märkischen Allee die wichtigste Verbindung zwischen Marzahn und Biesdorf, wird gegenwärtig für 21 Millionen Mark verbreitert. Auf einer Strecke von etwa zwei Kilometern kommen zwei Fahrspuren hinzu. Außerdem wird auf beiden Seiten der Straße ein Fahrrad- und ein Fußweg mit je zwei Metern Breite gebaut. Verkehr nahm zu "Zu DDR-Zeiten wurde das Straßennetz im Ostteil Berlins radial angelegt, die Straßen Richtung Zentrum wurden bevorzugt", erläutert Bernd Misch, Abteilungsleiter der Senatsbauverwaltung. Querverbindungen zwischen den Außenbezirken, wie der Blumberger Damm, seien dagegen vernachlässigt worden. Der Verkehr habe jedoch auf diesen Strecken zugenommen. "Daher sind Ausbauarbeiten notwendig."Das erste, 750 Meter lange, Teilstück zwischen Elisabeth- und Eisenacher Straße soll im September freigegeben werden. Im nächsten Schritt wird bis zum Frühjahr 1996 das Areal zwischen der Cecilien- und der Elisabethstraße ausgebaut. Als letztes Stück kommt bis Ende 1996 der Abschnitt zwischen Eisenacher Straße und Landsberger Allee hinzu. Schutzwände geplantFür Begrünungs- und Ausgleichsmaßnahmen werden mehr als fünf Millionen Mark aufgewendet. So wird nicht nur der Straßenrand begrünt, sondern es werden auch an anderen Stellen im Bezirk Bäume gepflanzt - als Ausgleich für die versiegelte Fläche, die durch den Straßenbau entstanden ist.Stichwort: Lärm. Die Bewohner befürchten, daß sie nun vor lauter Krach nachts kein Auge mehr schließen können. Heinz Brüllke aus dem Fridolinweg: "Wir haben unsere Schlafzimmer hinten raus, da ist es nicht so laut." Aber für die Nachbarn gegenüber, die direkt an der Hauptstraße wohnen, sei es natürlich ungünstig.Bernd Misch beruhigt jedoch: "Wir stellen Lärmschutzwände auf." An der Kreuzung Cecilienstraße/Blumberger Damm und vor der Schule an der Eisenacher Straße sei das schon geschehen. Beim Ausbau von großen Straßen sei der Senat verpflichtet, Lärmschutzwände aufzustellen oder Spezialfenster einzusetzen. Dafür würden drei Millionen Mark aufgewendet, berichtet Misch.Aber die Wände gehen nicht über die ganze Länge der neuen Strecke. Am Haus von Dieter Puttrus hört eine Wand abrupt auf. "Nachts kann man die Fenster schon jetzt nicht mehr öffnen, so laut ist es, besonders, wenn ein Lkw vorbeibrummt", sagt der 36jährige verärgert. Und die ausgebaute Straße werde dann noch mehr Verkehr anziehen, befürchtet Puttrus.Dem widerspricht Bernd Misch: Er erwarte nicht, daß nach dem Ausbau des Blumberger Damms der Verkehr auf der Straße drastisch zunehme. Im Gegenteil - der Stau werde reduziert. Weitere BauarbeitenTheoretisch zumindest, denn kurz nach der Eröffnung der neuen Fahrspur im September wird die alte Trasse gleich wieder eingeengt: wegen Arbeiten der Wasserbetriebe.Ein Nadelöhr ist der Blumberger Damm jedoch weiterhin, denn südlich der Cecilienstraße bleibt die Verkehrsader zweispurig. "Der dortige Ausbau ist zwar geplant, scheitert im Moment aber noch an Schwierigkeiten mit dem Grundstückserwerb", erklärt Bernd Misch.Sobald die Verhandlungen abgeschlossen seien, könnten die Bauarbeiten anfangen, sagt Misch. "Wir stehen Gewehr bei Fuß."