Schon vor etwa 10 000 Jahren war das Gebiet an der mittleren Wuhle im heutigen Marzahn besiedelt. Die Altvorderen, Jäger und Sammler, ernährten sich vor allem von der Jagd auf Auerochsen, Elche, Damwild und Rentiere sowie dem Sammeln von Beeren, Pilzen und Haselnüssen. Das ist eines der ersten Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen, die Anfang Juli im Gebiet des künftigen Stadtviertels Biesdorf-Süd begonnen haben."Ein steinerner Nussknacker aus der Mittelsteinzeit ist hier das bisher älteste Fundstück", sagt Grabungsleiter René Bräunig. Der unscheinbaren steinernen Scheibe mit runder Vertiefung in der Mitte, die Bräunig in der Hand hält, können nur Fachleute die ursprüngliche Funktion und seine heutige Bedeutung für die Wissenschaft ansehen.Etwa ein Zehntel von geplanten 16 Hektar Grabungsfläche, die in vier Grabungsfelder aufgeteilt wurden, haben die Archäologen in Biesdorf-Süd schon untersucht. Voraussichtlich bis zum Dezember dieses Jahres sollen die Arbeiten dauern.Die bisherigen Funde stammen überwiegend aus der Jungbronzezeit. Etwa ab 700 v. Chr. begann eine weitere Siedlungsperiode in dem Gebiet. "Das belegen inzwischen schon kiloweise Keramikfunde", sagt René Bräunig. Doch auch Werkzeuge wie ein kleines Beil und eine Spinnwirtel, mit der vor der Erfindung des Spinnrades Garn hergestellt wurde, gehören zu den Fundstücken.Finanziert werden die Ausgrabungen auf den Flächen von den jeweiligen Bauherren. Ihre neuesten Projekte für Eigenheim- und Mietwohnungsbau dort, wo jetzt noch die Archäologen regieren, zeigen derzeit die holländische Bouwfonds GmbH und die Wohnungsbaugesellschaft Marzahn im Foyer des Rathauses am Helene-Weigel-Platz. Doch eine Bauverzögerung durch die Grabungen sei nicht zu befürchten, sagt Bezirksstadtrat für Stadtgestaltung Wilfried Nünthel (CDU). Einen Teil der 2 000 bis 3 000 Jahre alten Zeitzeugen werden die Biesdorfer demnächst näher in Augenschein nehmen können: Im Baumarkt, der bis zum Frühjahr 2001 an der Straße Alt-Biesdorf entstehen soll, wird es eine Vitrine für die alten Funde geben. Doch schon am 10. September dieses Jahres wird der Entwicklungsträger BauGrund AG auf den Grabungsfeldern in Biesdorf-Süd zu einem Tag der offenen Tür einladen.BIESDORF-SÜD Alte und neue Siedler // Archäologische Grabungen in Biesdorf-Süd sind derzeit auf einer Fläche von 16 Hektar vorgesehen.Die ältesten Funde stammen aus der Mittleren Steinzeit und sind damit etwa 10 000 Jahre alt. Die meisten Fundstücke sind Belege für eine Besiedlung des Wuhletals in der Bronzezeit vor etwa 2 700 Jahren.Einen Tag der offenen Tür auf den Grabungsfeldern in Biesdorf-Süd gibt es am 10. September dieses Jahres.Die künftige Bebauung in Biesdorf-Süd wird in einer Ausstellung im Foyer des Rathauses Marzahn vorgestellt, die bis zum 10. September geöffnet ist.Infotage zum Eigenheimerwerb gibt es in dieser Ausstellung dienstags, 10 bis 14, und donnerstags, 14 bis 18 Uhr.