Eigentlich ist alles ganz einfach. Nämlich so: Die Bundesregierung ist dauerhaft mit der politischen Selbstabwicklung beschäftigt und glänzt – zuletzt bei der sogenannten NSA-Affäre – mit grenzenloser Ahnungslosigkeit beziehungsweise Nichtzuständigkeit. Und gerade, weil es Angela Merkels Strategie zu sein scheint, die Erwartungen an ihre Politik so weit herunterzuschrauben, dass sie niemanden mehr enttäuschen und also verprellen kann, wäre es nun an der Opposition, namentlich den Sozialdemokraten, die Sache besser zu machen. Das Problem: Machen die aber nicht. Jedenfalls nicht so richtig, bis heute warten wir auf eine richtige, also mit Schmackes vorgetragene Kanzlerkandidatur.

Diese Vakanz ist selbstverständlich von allgemeinem Interesse. Doch in unserem Zusammenhang kommt ihr erst einmal eine Bedeutung zu, weil in dem nun zu besprechenden Buch „Jenseits des Neoliberalismus“ von Colin Crouch ausgerechnet der Sozialdemokratie eine entscheidende Rolle zugesprochen wird. Der britische Politologe und Soziologe betrachtet „die europäische Sozialdemokratie als höchste Form des Liberalismus“ und sogar „triumphale“ Siegerin der Geschichte, weil sie sich um die „Sicherstellung von sowohl politischen als auch wirtschaftlichen Pluralismus und Integration“ verdient gemacht habe, und zwar, so lautete seine Pointe, „umfangreicher als alles, was eine kapitalistische Gesellschaft hätte bieten können“.

Lesen oder hören Sie doch weiter.

Erhalten Sie unbegrenzten Zugang zu allen B+ Artikeln der Berliner Zeitung inkl. Audio.

1 Monat kostenlos.

Danach 9,99 € im Monatsabo.

Jederzeit im Testzeitraum kündbar.

1 Monat kostenlos testen

Sie haben bereits ein Abo? Melden Sie sich an.

Doch lieber Print? Hier geht’s zum Abo Shop.