Eine Ausstellung zur Geschichte des ehemaligen Werner-Siemens-Realgymnasiums, das 1935 von den Nazis geschlossen wurde, ist auf dessen Gelände, der heutigen Georg-von. Glesche-Oberschule in der Hohenstaufenstraße. zu besichtigen.Das 1903 gegründete Siemens-Gymnasium im Bayerischen Viertel war während der Weimarer Republik eines der fortschrittlichsten Gymnasien Berlin -- hier gab es das erste Schülerparianient Preußens. Allerdings war den Nationalsozialisten nach Ihrer Machtübernahme 1933 nicht nur dieses progressive Gedankengut ein Dorn Im Auge, sondern vor allem, daß die überwiegende Zahl der Schüler jüdischen Glaubens war. Im Bayerischen Viertel, einer der damals wohlhabendsten Gegenden Schönebergs, lebten viele Juden.Noch 1931 waren 212 der 382 Schüler Juden, während schon drei Jahre später davon nur noch 72 übrig waren. Viele waren nach der Machtübernahme der Nazis Ins Ausland geflohen. So ging auch dle absolute Zahl der Schüler zurück, was den Vorwand zur Schließung des Gymnasiums wegen ~Schülermangeisu bot.Die ehemalige Klasse 10 c der Glesehe-Schule hat im Rahmen eines Schülerprojektes die Geschichte ihrer Schule erkundet und dokumentiert. Eine Woche lang forschten sie in der Schöneberger Bibliothek nach den historischen Hintergrunden der "verschwundenen Schule" -- so nannten sie ihr Projekt -- und befragten ehemalige Schüler, von denen sie sogar welche in England und Amerika auftriebenElne sechsköpflge Arbeitsgemeinschaft der Klasse bereitete dann die Austeilung vor und drehte einen Videofilm, der Im Rahmen der Exposition zu sehen sein wird. Finanzielle Unterstützung erhielten sie dabei vom Senatsfonds "Jugend mit Zukunft".Die Arbeit hat den Jugendlichen Spaß gemacht -- Geschichte hautnah ist eben doch etwas anderes als trokkene Unterrichtsstunden. "Nachwuchsforscherin" Diana Bandevska erklärt, was sle an der Arbeit so spannend fand: "In Geschichtsbticherrl kann man nicht lesen, was in den Köpfen der Menschen vorging."Stefan KegelDie Ausstellung ist noch bis zum 18. November montags bis freitags von 10 bis 17 Uhr auf dem Schulhof der Georg-von-Giesche-Oberschule zu besichtigen. Der Film wird dienstags und donnerstags um 15 und 16 Uhr in der Aula vorgeführt.