Fast drei Jahre nach der Berliner Olympia-Pleite hat die Vergangenheit den damaligen Kampagnen-Boß Axel Nawrocki eingeholt. "Kein Kommentar", ist die von der Sekretärin übermittelte Reaktion des Ex-Geschäftsführers der Olympia GmbH auf massive Vorwürfe des Landesrechnungshofes. Der 52jährige promovierte Jurist und Wirtschaftswissenschaftler hält sich zurück.Von wendiger Natur und mit einer großen Portion Selbstbewußtsein ausgestattet - das CDU-Parteibuch in der Tasche - hat Axel Nawrocki stürmische Zeiten bisher immer prächtig überstanden. Vom Olympia-Büro im Ribbeckhaus wechselte er kurz nach der IOC-Entscheidung gegen Berlin als Geschäftsführer zur S-Bahn GmbH. Am 1. April dieses Jahres berief ihn die Deutsche Bahn AG zu ihrem Konzernbeauftragten in Berlin. Auch Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Millionenbetrug beim Verkauf der Berliner Wärmeanlagenbau GmbH konnten Nawrocki nichts anhaben.Der gebürtige Oberschlesier kann auf eine beachtliche Karriere zurückblicken. Als 30jähriger trat er in die Dienste der CDU-Zentrale im Bonner Adenauer-Haus, war wenig später Büroleiter des damaligen Generalsekretärs Kurt Biedenkopf. Über diese Zeit sagt Nawrocki: "Ich habe es stets als Qualitätsmerkmal empfunden, bei einem Mann wie Biedenkopf gearbeitet zu haben." Es folgten vier Jahre als CDU-Fraktionsgeschäftsführer im Düsseldorfer Landtag und der Sprung in die Wirtschaft.Der spätere Olympia-Manager arbeitete in der Geschäftsleitung einer Unternehmensberatung und baute eine eigene Gesellschaft für Mittelstandsberatung auf. 1990 verpflichtete ihn der damalige Treuhand-Chef Detlev Rohwedder als Direktor. Dann konnte ihn der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU) für Olympia abwerben.Im Ribbeckhaus hatte Nawrocki bald den Spitznamen "Panzer-General". Seine mangelnde sportliche Erfahrung kompensierte der Hobby-Reiter durch die ihm nachgesagten Manager-Qualitäten. Nawrockis unbekümmerte Devise "nicht kleckern, sondern klotzen", fand beim Landesrechnungshof allerdings keinen Beifall. +++