Berlin - Der 1. Mai 1987 begann mit herrlichem Frühlingswetter. Es war „sonnig und warm, überall prangte frisches Grün. In der festlich geschmückten Karl-Marx-Allee ein Meer von leuchtend roten Mai-Nelken, von Bannern im Rot der Arbeiterklasse und in den Farben unserer Republik. Und prächtig war auch die Stimmung im machtvollen Zug der über 650.000.“ So blumig beschrieb die Tageszeitung „Neues Deutschland“ die traditionelle Kundgebung zum Kampftag der Arbeiterklasse.

Wie in jedem Jahr versammelten sich Hunderttausende Ost-Berliner in den Straßen des Bezirks Friedrichshain und fädelten sich in drei Marschkolonnen auf die Karl-Marx-Allee ein. Auf ihrem Weg zum Alexanderplatz trugen sie Fahnen und Transparente. Dann marschierten sie an der großen Ehrentribüne vorbei, auf der Partei- und Staatschef Erich Honecker die Parade abnahm. Aus Lautsprechern dröhnte die „Internationale“.

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