BerlinGlänzende Wirtschaftsdaten, politische Dynamik, künstlerischer Reichtum – das alles gilt uns heute als Beleg, dass eine Stadt es endlich geschafft hat. Dass sie zur Metropole, zur „Mutterstadt“, geworden ist. Aber wie wäre es hiermit: Eine Stadt macht den entscheidenden Schritt zur Metropole erst dann, wenn ihre kreativ-innovative Klasse anfängt, sich gekonnt zu inszenieren. Und dadurch das entsteht, was man „gesellschaftliches Leben“ nennt. Berlin in den 1920ern, das war eine Bühne, auf der jeder sich anstrengte, seine Rolle möglichst originell zu interpretieren. 

Wie die beiden Schöpfer des Filmklassikers „Metropolis“ auf diesem Schlüsselfoto der deutschen Moderne. Entstanden ist das Bild im Rahmen einer Wohnreportage der Berliner Glamourzeitschrift Die Dame, es erschien in Heft 11 des Jahrgangs 1924. Hinter der Kamera stand Waldemar Titzenthaler, der auf Interieurs spezialisierte Fotograf des Magazins. Wir gucken in die Wohnung des Ehepaars Fritz Lang und Thea von Harbou am Hohenzollerndamm 52 in Berlin-Schmargendorf, in der gut und gern gefeiert wurde. „Die beiden führten ein gastliches Haus“, schrieb die Schauspielerin Lil Dagover in ihren Lebenserinnerungen über den Filmregisseur und die Bestsellerautorin. „Ihre Feste waren unvergesslich, sie boten in Speis und Trank nur das Erlesenste und trugen dazu bei, das Bild jenes alten Berlins der zwanziger Jahre zu gestalten.“

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