BerlinEs geht durch die Nacht. Die Nacht ist kalt. / Der Fahrer bremst. Sie halten im Wald. / Zehn Mann Geheime Staatspolizei. / Vier Kommunisten sitzen dabei, / John Schehr und Genossen. Das Gedicht von Erich Weinert musste wohl jedes Schulkind in der DDR lernen. Es fällt einem sofort wieder ein, wenn man am Grab von John Schehr steht.

Es befindet sich auf dem Friedhof der Sozialisten, der zum Zentralfriedhof Friedrichsfelde gehört. Schehr war der zweite Mann der in Nazideutschland im Untergrund arbeitenden Kommunistischen Partei, die Geheime Staatspolizei ermordete ihn. Auf dem Friedhof der Sozialisten, einem Ehrenhain, fand er seine letzte Ruhestätte, ebenso seine mit ihm getöteten Genossen Rudolf Schwarz, Erich Steinfurth und Eugen Schönhaar. Sie alle sind in dem Rondell beerdigt, das von einer Ringmauer begrenzt wird und in dessen Mitte ein Monolith steht. Darauf zu lesen ist: „Die Toten mahnen uns.“

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