Liebe Leserin, lieber Leser,

spüren Sie es auch, dieses Verlangen, ins Grau des Alltags frisches Grün zu bringen? In diesen Tagen ist es besonders stark. Wie gut, dass Berlin so viel Naherholung bietet. Mit fast 29.000 Hektar Waldbesitz gehört die Stadt zu den waldreichsten Metropolen Europas. Und rechnen wir alle Berliner Wasserflächen zusammen, nehmen die 6,6 Prozent der städischen Gesamtfläche ein.

Für Luise von Preußen, die unser Titelblatt schmückt, hat es nichts Schöneres gegeben, als sich auf einem Gut im Havelland aufzuhalten. Die „Königin der Herzen“ weilte um 1800 alljährlich mit ihrem Mann und ihren Kindern in Paretz, etwa vierzig Kilometer westlich von Berlin. Auf dem schlichten Landschloss, fernab der hofzeremoniellen Zwänge der Residenzstadt, genoss sie ein vergleichsweise einfaches Leben in einer unvergleichlich idyllischen Natur.

Um ein bisschen wie Luise zu entspannen, können auch Sie Paretz besuchen. Andere Orte bieten sich ebenfalls dafür an, und um sie geht es in dieser Ausgabe von B History. Wir laden Sie ein zu Ausflügen in die Vergangenheit, zu Plätzen, die Ihnen Geschichte(n) erzählen und nebenbei Entspannung und Erholung bieten – in Berlin, in Brandenburg und sogar im Norden Sachsen-Anhalts, der Altmark, der Wiege Preußens.

Vielleicht werden Sie sich fragen, liebe Leserin, lieber Leser, nach welchen Kriterien wir all die Ausflugsziele ausgewählt haben. Nun, entscheidend war, dass sie eine faszinierende, aber nicht unbedingt allseits bekannte Geschichte haben; dass wir ihre Vergangenheit und Gegenwart ansprechend illustrieren können; dass für jede und jeden etwas dabei ist – und dass alle Ziele mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen sind. Das Ergebnis sind Reisen bis hinein in die Eiszeit.

Wohin das Auge fiel, alles trug den breiten historischen Stempel.

Theodor Fontane

Für all unsere Ausflüge gilt, was Theodor Fontane über seine „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ schrieb, die er zwischen 1859 und 1889 unternahm und in fünf Bänden zu Papier brachte: „Jeder Fußbreit Erde belebte sich und gab Gestalten heraus (...) wohin das Auge fiel, alles trug den breiten historischen Stempel.“

Bei Redaktionsschluss waren einige Zielorte wegen Covid-19 leider noch nicht wieder voll und ganz zugänglich. Früher oder später werden sie es wieder sein. Üben wir uns bis dahin in der Geduld, mit der die alten Römer das große Ganze nicht aus dem Blick verloren: Omnia tempus habent – alles hat seine Zeit.

Herzlich, Ihr Dr. Michael Brettin

B History. Das Berliner Geschichtsmagazin ist ab sofort im Handel und im Aboshop der Berliner Zeitung erhältlich.

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