BERLIN, 25. März. Vier Stunden hat es gedauert, dann stand es fest: der BC Eintracht Südring ist zum vierten Mal seit 1997 deutscher Meister im Badminton. Im letzten Spiel der Meisterrunde gegen den VfB Friedrichshafen, das dank der zuvor verteilten Punkte zum echten Finale wurde (die Berliner hatten einen Zähler Vorsprung vor dem Team vom Bodensee), reichte Südring am Sonntag ein 4:4, um den Vorjahrestitel zu verteidigen und zum dritten Mal in Folge als Deutschlands bestes Badminton-Kollektiv gekürt zu werden. Für Eintracht Südrings Manager Rainer Behnisch war der Triumph "der größte Erfolg seit dem ersten Titelgewinn 1997".Den wichtigen vierten Zähler steuerte der Ukrainer Vladislav Druzchenko bei, der im Spitzeneinzel den Schweden Thomas Johansson in drei Sätzen besiegte. Die beiden danach folgenden, bedeutungslos gewordenen Partien der Südring-Schweden Rickard Magnusson und Peter Axelsson endeten dann auch wenig überraschend durch Aufgabe der Berliner.Immerhin konnten sie damit schneller zur Party in die nahen Kreuzberger Festsäle, die Eintracht nun von Jahresabschluss- in Meisterfeier umtaufte. Nach dem Titelgewinn hofft Südring-Manager Behnisch auf die Klärung mancher Probleme, zum Beispiel personeller Art. Unlängst hatte Behnisch noch laut über die Abmeldung des Klubs aus dem Spielbetrieb wegen Geldmangels nachgedacht. Die Zukunftsplanungen mussten zunächst hinten anstehen. Doch mit der Hilfe des Landessportbundes konnte eine 30 000-Mark-Finanzlücke geschlossen werden. "Jetzt will ich erst mal definitiv wissen, wer von unserem bisherigen Personal bleibt und wer nicht", sagte Behnisch am Sonntag.Der Manager ging davon aus, dass eine Entscheidung in diesem oder jenem Fall noch während der Meisterfeier öffentlich gemacht werde. Fest steht, dass die 30-jährige Schwedin Margit Borg ihre Laufbahn beenden und der 22-jährige Kristof Hopp zu Bayer Uerdingen wechseln wird. "Das vorgelegte Angebot konnten wir nicht mitgehen", sagte Behnisch. Rickard Magnusson, Vladislav Druzchenko, Sebastian Schmidt und Anja Weber werden laut Manager auf jeden Fall bleiben, bei den beiden Schweden Mikael Rosén und Catrine Bengtsson stehen die Chancen 50:50."Hinsichtlich der Verpflichtung von Frauen gibt es zweifellos Handlungsbedarf", sagt der Manager, der "auf keinen Fall mit einer Mannschaft antreten wird, die gegen den Abstieg kämpfen muss". Nachdem der deutsche Markt "bereits abgegrast ist", erhofft sich Behnisch Verstärkungen aus den Niederlanden, Dänemark oder Schweden. Zwei Spieler hätten sich bereits bei ihm gemeldet. Vermutlich auch deshalb, weil die Nachrichten über den besonderen Teamgeist bei Eintracht Südring zu ihnen vorgedrungen sind. "Wenn es ein Erfolgsgeheimnis gibt, dann das", sagte Rainer Behnisch: "Wir hatten in dieser Saison von den Namen her nicht die stärkste Mannschaft, sind aber dennoch Meister geworden. Darauf wollen wir auch für die Zukunft aufbauen."PETERS Auf dem Weg zum Titel: Eintracht Südrings Doppel Axelsson (l. ) und Rosén.