BERLIN. Die Wände sind geputzt, die Montagestände aufgebaut - der Berliner Bahntechnikhersteller Stadler-Pankow kann am Montag wie geplant sein neues Produktionswerk in Berlin-Hohenschönhausen eröffnen. Zur Feier wird auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) erscheinen. Mit Stadler lässt sich schließlich gut Wahlkampf machen. Das Unternehmen will bis 2013 rund 300 weitere Arbeitsplätze in der Hauptstadt schaffen, kündigte es gestern an.Die Werkeröffnung ist ein weiterer Mosaikstein der seit zehn Jahren andauernden Erfolgsgeschichte von Stadler Pankow. Begonnen hatte das Unternehmen 1991 mit rund 200 Mitarbeitern in Pankow. Der Mutterkonzern Rail Group aus der Schweiz hatte das Werk vom damaligen Besitzer Adtranz übernommen, der den Standort dichtmachen wollte. Inzwischen liefert Stadler Pankow Straßenbahnen und Regionalzüge unter anderem in die Schweiz, nach Frankreich, Norwegen, Luxemburg, Tschechien und an viele deutsche Bahnbetreiber. "In Hohenschönhausen bauen wir derzeit komplett Straßenbahnen vom Typ Vario", sagte Unternehmenssprecherin Katrin Block gestern der Berliner Zeitung. Allein von der Vario-Bahn liegen rund 100 Bestellungen unter anderem aus Potsdam, London und München vor. Doppelstocktriebzüge vom Typ Kiss werden derzeit für die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft ODEG unter anderem für den Einsatz zwischen Rathenow, Berlin und Cottbus gebaut. Auch auf den Bau für die geplante neue Berliner-S-Bahn ist das Unternehmen eingestellt.TUI verlegt Sparte nach BerlinNach früheren Angaben von Unternehmenschef Michael Daum reichen die aktuellen Aufträge bis 2012. Für die folgenden beiden Jahre zeichne sich eine ähnlich gute Lage ab. Aufgrund dieser erfreulichen Situation wurde der neue Standort in Hohenschönhausen konzipiert. Zuvor war bereits in Reinickendorf ein neues Rohbauwerk in Betrieb gegangen. Insgesamt hat Stadler-Pankow nun drei Standorte in Berlin und einen im brandenburgischen Velten. "Bis 2013 werden wir die Mitarbeiterzahl auf rund 1100 erhöhen", so Sprecherin Block.Auch der Touristikkonzern TUI will in Berlin 60 Arbeitsplätze schaffen. Im Zuge des Umbaus seines Deutschlandsgeschäftes verlagert der Reisekonzern seine Internet-Tochter TUI Interactive von Hannover in die Hauptstadt, teilte Deutschland-Chef Volker Böttcher mit. Derzeit buchten erst 15 Prozent der TUI-Kunden ihren Urlaub online. Tendenz: kräftig steigend. Für die Zukunft peilt TUI die Marktführerschaft im Internet an.