Vladislav Lucic, seit Ende letzten Jahres Basketball-Bundestrainer, ist von der Trainingsatmosphäre bei Alba beeindruckt. Das Motto des 53jährigen Serben, der bislang kein Deutsch spricht: "We'll win - wir werden gewinnen." An diese Vorgabe haben sich die Berliner zuletzt gehalten, die morgen zum Rückspiel im Korac Cup bei CB Caceres antreten. Mit dem Bundestrainer sprach Reinhold Schnupp.Berliner Zeitung: Herr Lucic, Jugoslawien bezeichnen Sie als Ihre Heimat, dort haben Sie auch Ihre Trainer-Karriere begonnen. Wieviel Trainer-Stationen haben Sie hinter sich? Vladislav Lucic: Ich habe vier Jahre in Afrika gearbeitet, zwei in Frankreich und insgesamt 21 Jahre in Jugoslawien. Ihren Ruf als Trainer haben Sie sich als Damen-Trainer erworben. Ich habe etwa die Hälfte der Zeit als Damentrainer gearbeitet, aber auch bei den Herren hatte ich Erfolge. Zum Beispiel bin ich mit Roter Stern Belgrad zweimal in Folge Landesmeister geworden. Dabei war Sascha Obradovic für zwei Jahre Spieler einer Mannschaft, die ich betreut habe. Wäre er Ihr Lieblingsspieler in der deutschen Nationalmannschaft?Ich hätte ihn schon gern dabei, aber das ist ja leider nicht möglich. Wie beurteilen Sie seine Leistungen? Die Zeit von Sascha wird erst noch kommen. Bei seinem Talent kann er sich noch wesentlich weiter entwickeln. Ich würde sagen, zur Zeit nutzt er nur 60 Prozent seines Potentials. Was fehlt ihm denn noch? Ihm fehlt es zum Beispiel noch an Erfahrung, wobei er mit Alba bei einer guten Mannschaft spielt und mit Svestilav Pesic einen exzellenten Trainer hat. Würden Sie sagen, daß Sascha Obradovic von allen Alba-Spielern das größte Potential hat? Soweit würde ich nicht gehen. Ich habe das Alba-Team zwei Tage beim Training beobachtet und das Spiel gegen Madrid im Korac Cup gesehen. Die Berliner haben eine der jüngsten Bundesliga-Mannschaften, in der es einige sehr gute Talente gibt. Wie oft haben Sie Alba gesehen? Ich habe die Mannschaft viermal gesehen. Drei Dinge haben mich dabei beeindruckt: die gute Atmosphäre bei der Arbeit, die hohe Intensität des Trainings und daß bei Alba viele junge Spieler im Team sind. Wie wichtig war es für Ihre Entscheidung, in Deutschland zu arbeiten, daß Albas Trainer Pesic Ihr Vorgänger war? Es ist für mich ein Vergnügen, die Arbeit von meinem Freund Pesic fortzusetzen. Er hat mit dem Gewinn der Europameisterschaft 1993 eine der größten Überraschungen im europäischen Basketball geschafft. Mein Ziel ist es, dort weiterzumachen, wo er aufgehört hat. Deutschland ist auf der Landkarte der Basketballer nicht unbedingt die erste Adresse. Beim Basketball ist hier eine enorme Entwicklung zu beobachten. Die Möglichkeiten sind vorhanden, daß Deutschland künftig auch im Basketball eine dominierende Rolle spielt. Um das zu erreichen, muß man unten anfangen. Überall in Europa wird von Streetball gesprochen. Streetball ist das Fundament einer großen Basketball-Nation. Wie hoch bewerten Sie die Aussichten, Ende Juni erneut Europameister zu werden? Im Moment kann ich nur sagen, daß wir eine Chance haben, obwohl wir nicht zu den Favoriten zählen. +++

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