Bau-Skandale brachten manchen Berliner Politiker um sein Amt: Den Steglitzer Kreisel bezahlten die Steuerzahler gleich zwei Mal

Bauskandale und Korruptionsaffären haben die Berliner Politik in den vergangenen 30 Jahren immer wieder erschüttert.---Kreisel-Skandal: In den 70er Jahren geriet der Senat durch den Skandal um den Bau des Hochhauses Steglitzer Kreisel unter Druck. Die Kosten für das Hochhaus explodierten von 180 Millionen Mark, die bei der Grundsteinlegung 1969 veranschlagt worden waren, auf 323 Millionen Mark im Jahr 1973. Das Bauunternehmen Avalon musste Konkurs anmelden, dem Senat ging eine Bürgschaft von 40 Millionen Mark verloren. SPD-Finanzsenator Heinz Striek musste zurücktreten. Der Kreisel wurde später versteigert. 1979 zog das Bezirksamt Steglitz in das Bürogebäude ein. Von 1979 bis zum Ablauf des Mietvertrages Ende 1988 zahlte das Land Berlin rund 111 Millionen Mark für den Kreisel. Dann kaufte Berlin das Hochhaus für 67 Millionen Mark. Spötter flachsten damals, der Kreisel werde nun zum zweiten Mal vom Steuerzahler bezahlt.---Garski-Skandal: Ein paar Jahre später stolperte ein ganzer Senat über einen Bauskandal. Der Regierende Bürgermeister Dietrich Stobbe (SPD) musste 1981 wegen des Garski-Skandals sein Amt aufgeben. Der Bauunternehmer Dietrich Garski hatte für Projekte in Saudi-Arabien 120 Millionen Mark von der Berliner Bank bekommen - abgesichert durch eine Bürgschaft der Landesregierung. Garskis Firma war Ende 1980 jedoch zahlungsunfähig. Ein Gericht verurteilte ihn wegen schweren Betruges zu drei Jahren und neun Monaten Haft. Der Skandal brachte die SPD um die Macht, nach Neuwahlen stellte die CDU den Bürgermeister.----Antes-Skandal: 1995 geriet die CDU durch den Antes-Skandal in die Schlagzeilen. Dem Charlottenburger Baustadtrat Wolfgang Antes (CDU) wurde vorgeworfen, Geld für Baugenehmigungen erhalten zu haben. Er gestand, dass er mindestens 300 000 Mark von drei Bauunternehmern bekommen hatte. Wegen Bestechung und Vorteilsnahme wurde Antes zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Auch der Wilmersdorfer Baustadtrat Jörg Herrmann (CDU) wurde wegen Korruption verurteilt. Die Ermittler einer Sonderkommission stießen damals auf ein ganzes Geflecht zwischen Politik, Wirtschaft und kriminellem Milieu. Für Aufsehen sorgte eine bei den Ermittlungen festgestellte Liste des Bauunternehmers Kurt Franke. Darin aufgeführt waren Zahlungen an mehrere Politiker, darunter auch Eberhard Diepgen, damals Regierender Bürgermeister (CDU). Ein Ausschuss des Abgeordnetenhauses resümierte jedoch, ein Zusammenhang zwischen den Spenden und "bestimmten Diensthandlungen" habe nicht festgestellt werden können.----Bankenaffäre: Es dauerte bis zum Jahr 2001, dann stürzte der Regierende Bürgermeister Diepgen in Folge der Bankenaffäre. Ausgelöst worden war die Affäre durch die Vergabe von Krediten der Bankgesellschaftstochter Berlin Hyp an die Firma Aubis, die in zeitlicher Nähe zu einer 40 000-Mark-Spende der Aubis-Chefs und CDU-Mitglieder Klaus Wienhold und Christian Neuling an den damaligen CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky stand, der als Vorstandsmitglied der Berlin Hyp amtierte.