Noch scheint der Ceratosaurier, hoch aufgerüstet auf seinen kräftigen Hinterbeinen, auf den günstigsten Moment für den Angriff zu lauern. Keinen Blick läßt er vom Scelidosaurier, den ein harter Panzer schützt. Doch naht da nicht schon ein Antrodemus mit kaum minder fürchterlichem Gebiß? Nein, er hat es offensichtlich auf einen Camptosaurier abgesehen. 40 Riesen-Viecher An der Ortsgrenze zwischen Klein- und Großwelka, in einem uralten Park an einem Seitenarm des Milkwitzer Wassers befindet sich eine der wenigen Saurier-Schauanlagen der Welt. Fast 40 der urzeitlichen Tiere hat der Formgestalter Franz Gruß hier seit 1981 aus Stahl und Beton in natürlicher Größe wiederauferstehen lassen. Weitere annähernd 90 Plastiken, darunter auch Wiedergaben des frühen Menschen, bevölkern den Sauriergarten der Familie Gruß.Wo vor 160 Millionen Jahren die Ceratosaurier, Antrodemus oder das Riesenkrokodil Deinosuchus mit ihren Klauen und Zähnen, wo Brachiosaurier oder Diplodocus mit ihren alle Hindernisse niederwalzenden Körpermassen Angst und Schrecken verbreitet hätten, herrschen heute Kinderlachen und Kindergeschrei. Besonders in diesen Tagen, da der Herbst die Bäume bunt färbt und das Laub unter den Füßen raschelt, lohnt ein Ausflug in diese Gegend.Zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch dem Auto sind die Sehenswürdigkeiten des Lausitzer Gefildes an einem verlängerten Wochenende durchaus zu erobern. Von der Schwarzen Elster im Westen bis nach Niesky im Osten erstreckt sich diese nur etwa 12 bis 15 Kilometer breite Region. Zwischen dem Oberlausitzer Heide- und Teichgebiet im Norden und dem Lausitzer Hügel- und Bergland im Süden gelegen, hat diese Landschaft von allem etwas mitbekommen: weite, leicht gewellte Flächen, Teiche und Seen, Berge und Schluchten. Hoch sind die Berge allerdings nicht. 267 Meter mißt der Chorberg bei Salzenfort, 185 Meter der Weinberg bei Neuluga, 176 Meter der Totenberg bei Quoos. Trotzdem öffnen sich weite Ausblicke über Felder, Wiesen und Dörfer. Landwirtschaftlich intensiv genutzt, hat die Landschaft dennoch nichts von ihrem ursprünglichen Reiz verloren. Heimelige Dörfer Wer sich in den Dörfern umsieht, wird viele Kleinode entdecken. Gerade restauriert wird das eigenwillige, vom Jugendstil inspirierte Kugelhaus in Cölln. Ebenfalls von dem einheimischen Architekten und Werkbundschüler Curt Domschke stammt das Rokokoschlößchen auf der gegenüberliegenden Straßenseite.Hin und wieder kann man in der wuchtigen Pfarrkirche von Radibor einen sorbischen Gottesdienst miterleben, zu dem manche alte Frauen noch ihre traditionellen Trachten anlegen. Anders als dieses Zentrum sorbischer Kultur in der Oberlausitz harrt das einstige Schloß noch seiner Instandsetzung. Lange Zeit die erste sorbische Lehrerbildungsanstalt beherbergend, versperrt heute ein Bauzaun das einsturzgefährdete Gebäude. Reste eines slawischen Burgwalls, eine romanische Kirche und mehrere schöne Umgebindehäuser sind in Göda zu entdecken. Sehenswert sind auch die unter Denkmalschutz stehende steinerne Brücke in Obergurig und Schmochtitz mit seinem Schloßpark. Das Schloß allerdings wurde 1945 zerstört. Erst seit 1978 steht die Bockwindmühle auf dem Totenberg bei Quoos. 1733 auf dem Windmühlenberg bei Saritsch errichtet, mußte sie knapp zweieinhalb Jahrhunderte später dem Tonabbau weichen.Trotz der Schönheit seiner Landschaft und seiner heimeligen Dörfer zählt das Lausitzer Gefilde nicht zu den klassischen deutschen Urlaubsregionen. Unterkünfte sind in den meisten Dörfern noch rar. Die meisten Gäste wohnen deshalb in Bautzen. Einst als das sächsische Nürnberg gepriesen, gilt es heute als Geheimtip. +++