Fahrradhaus feiert sein hundertjähriges BestehenSCHÖNEBERG. Viele Gemeinsamkeiten mit dem 1899 von Ernst und Karl Machnow gegründeten Fahrradhaus hat das Geschäft an der Schöneberger Hauptstraße nicht mehr. Der Name ist der alte, aber sonst hat sich fast alles geändert. Den alten Standort an der Weinmeisterstraße in Mitte kennt der heutige Inhaber Manfred Dörr nur von alten Fotos. Am Donnerstag feierte die Firma ihr 100jähriges Jubiläum. Als Gratulanten konnte Inhaber Dörr neben Schulsenatorin Ingrid Stahmer (SPD) alte Bekannte aus der Radsportszene begrüßen. Denn eins, so Dörr, habe sich in hundert Jahren nicht geändert: "Der Name Machnow stand immer für die Verbindung zum Berliner Radsport."Einer der ersten Kunden nach der Gründung war zum Beispiel der 1964 verstorbene Reinhold Franz Habisch. Mit einem Rennrad der Marke "Arcona", gefertigt und verkauft vom Fahrradhaus Machnow, wollte er als "Flieger" die damalige Bezeichnung für Radrennfahrer Karriere machen. Doch ein Verkehrsunfall, bei dem Habisch ein Bein verlor, beendete seine Laufbahn. "Krücke", wie ihn die Berliner danach nannten, wurde dennoch zum Promi der Sechstagerennen als Zuschauer. Seine Begleitpfiffe zum "Sportpalastwalzer" machten ihn berühmt. Das Fahrradhaus Machnow, bei dem der damals Zehnjährige die Liebe zum Radsport entdeckte, entwickelte sich zu einem der größten Fachgeschäfte Deutschlands, Arcona-Räder wurden zur Legende.Als Ernst Machnow im Krieg fiel, und das Haus in der Weinmeisterstraße zerstört war, zog das Unternehmen nach Schöneberg. Die Radprofis blieben dem Haus treu. Auch der jetzige Inhaber blieb dem Radsport verbunden. "Mike Kluges Trainer fragte mich 1985, ob ich ihm ein Rad bauen könne", sagt Dörr. Auf das Ergebnis seiner Arbeit ist er bis heute stolz: "Mike wurde im gleichen Jahr Weltmeister im Querfeldeinfahren." (uk.)