Baulich abgesetzte Radwege bergen in vielen Fällen ein höheres Unfallrisiko für Radfahrer als die Führung des Radverkehrs auf der Straße. Aus diesem Grund hat der Gesetzgeber die Benutzungspflicht für Radwege seit der StVO Novelle an bestimmte Mindeststandards geknüpft. Nicht jeder Radweg muss also benutzt werden!

Die Benutzungspflicht ist seitder Novelle der Straßenverkehrsordnung von 1998 nur noch dann gegeben, wenn der Radweg durch ein blaues Schild (Zeichen 237, 240, 241) gekennzeichnet ist. Wo dies fehlt, darf auch bei vorhandenem Radweg die Fahrbahn benutzt werden (sogenannte „andere Radwege“ mit freiwilliger Benutzung gem. § 2, Abs. 4, Satz 3 StVO). Geschlossene Verbände ab 16 Radfahrern dürfen die Fahrbahn auch dann zu zweit nebeneinander befahren, wenn ein benutzungspflichtiger Radweg vorhanden ist (geschlossener Verband gem. § 27 StVO). Wenn ein als benutzungspflichtig ausgeschilderter Radweg objektiv unbenutzbar ist, muss man ihn nicht befahren. Dies kann z. B. der Fall sein, wenn er vereist, von Pflanzen überwuchert oder von falsch geparkten Autos blockiert ist.

Auch wenn der Radweg nicht erreichbar ist (Beispiel: Liegedreirad oder Fahrradanhänger passt nicht durch eine vor dem Radweg angebrachte Umlaufsperre hindurch) muss er nicht benutzt werden. In solchen Fällen darf man auf die Fahrbahn (nicht aber auf den Fußweg!) ausweichen.