BERLIN. Seit fast einem Jahrzehnt steht der "Waldhof am Bogensee", die unweit von Lanke (Barnim) gelegene einstige FDJ-Kaderschmiede, leer. 1999 verließ der letzte Betreiber, der "Internationale Bund für Sozialarbeit", das Areal. Seither bemüht sich das Land Berlin als Eigentümer der geschichtsträchtigen Immobilie, einen Käufer für das 460 000 Quadratmeter große Anwesen - auf dem auch der einstige Landsitz von NS-Propagandaminister Joseph Goebbels steht - zu finden. Dass dies bisher nicht gelang, lag nicht so sehr an den Denkmalschutzbestimmungen als vielmehr an der Größe des Areals.Nun soll endlich Bewegung in die Käufersuche kommen. "Wir werden demnächst ein internationales Interessenbekundungsverfahren einleiten und die Immobilie weltweit anbieten", sagte gestern Irene Dähne vom Liegenschaftsfonds. Damit soll getestet werden, was der Markt so hergibt. Es sei vorstellbar, dass in die Gebäude am Bogensee eine private Universität oder ein Privatinternat, eine Wellness-Einrichtung oder eine Unternehmensrepräsentanz einzieht. Baurechtlich seien der Nutzung keine Grenzen gesetzt.Bieterverfahren im Herbst"Im Herbst werden wir dann mit dem Bieterverfahren beginnen", sagte Dähne. In zwei bis drei Monaten können dann wirkliche Interessenten ihre Gebote abgeben. Auch auf der größten internationalen Immobilienmesse, der "Expo Real" in München, werde man das Objekt vorstellen. Wichtig sei es, wegen der Historie des Anwesens darauf zu achten, dass die Immobilie nicht in falsche Hände gerät: etwa an Käufer mit rechtsextremer Einstellung.Über die Kaufsumme, die sich Berlin verspricht, machte Dähne keine Angaben. Zurzeit sei man dabei, die Immobilie bewerten zu lassen. Es sei schwer zu sagen, wann das Anwesen einen neuen Eigentümer hat. "In diesem Jahr wird es aber nichts mehr", sagte Dähne. Der Liegenschaftsfonds will erst heute weitere Einzelheiten zur Vermarktung bekannt geben.Derzeit bemüht sich ein Wachschutz vor Ort, Vandalismus am Landhaus, an den vier Bettenhäusern, dem Kulturhaus und dem pompösen Haupthaus zu verhindern. Die Ordnungshüter bezahlt das Land Berlin. Der gesamte Unterhalt der Immobilie verschlang in der Vergangenheit nicht weniger als 255 000 Euro jährlich aus dem hauptstädtischen Haushalt.