Wir stellen Ihnen die Anliegen der Berliner Parteien zur Abgeordnetehaus-Wahl 2016 vor. Diesmal zum Thema Bildung.

Die SPD zum Thema Bildung

Die SPD will in den kommenden Jahren weitere 14 000 Kita-Plätze schaffen und den Betreuungsschlüssel für die Unter-Dreijährigen schrittweise auf den Bundesdurchschnitt anheben. Bildung soll von der Kita bis zur Hochschule nichts kosten. Auch der Schulhort soll gebührenfrei werden. Das Gehalt der Grundschullehrer soll an das der Studienräte angeglichen werden. Die Gemeinschaftsschulen sollen als eigene Schulart gesetzlich verankert  und ausgebaut werden.  Auch möglichst viele Gymnasien  sollen zu Ganztagsschulen werden.Um den Sanierungsstau an Schulen aufzulösen, will die SPD mit landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften eine Landesgesellschaft einrichten und mehr Geld geben.

Die Berufsschulen sollen gestärkt und ihre Bildungsgänge „nachfragegerecht entwickelt“ werden. Die Zahl der Studienplätze an den Hochschulen, auch im Masterbereich, ist auszubauen.

Die CDU zum Thema Bildung

Die CDU will Erzieher besser bezahlen und den Betreuungsschlüssel verbessern, die Kita-Gebührenfreiheit trug die Partei trotz Bedenken mit. Die Vorschule soll  wieder eingeführt werden, um die Kinder  besser auf die Grundschule vorzubereiten. Weiter will die CDU die Gymnasien stärken, es sollen dort  mehr 5. Klassen eingerichtet werden können. Anlässlich der Oberschulanmeldungen sollen keine Schulplätze mehr verlost werden. „Weg mit der Schülerlotterie!“, heißt es . Die nullte Stunde soll ebenfalls abgeschafft werden. Die Partei fordert zudem, Lehrer wieder zu verbeamten, um deutschlandweit wettbewerbsfähig zu bleiben. Auch  kleinere Klassen werden versprochen. Um Schulen schneller zu sanieren, setzt die CDU auch auf Öffentlich-Private-Partnerschaften. So könne man drei Milliarden Euro in fünf Jahren dafür aufbringen. Die Studienbedingungen an Hochschulen sollen verbessert werden.

Die Grünen zum Thema Bildung

Die Grünen  wollen ebenfalls einen besseren Betreuungsschlüssel in den Kitas, nicht mehr als vier Kinder pro Fachkraft und mehr Geld für Erzieher. Zudem sollen die Schulen ermutigt werden, sich in Gemeinschaftsschulen umzuwandeln. Eine Schule für alle ist das Ziel der Grünen, so  soll  Inklusion  besser gelingen. Künftig sollen auch die Gymnasien alle Schüler zu einem Abschluss bringen, Probejahr und Sitzenbleiben sollen dort abgeschafft werden. Die Grünen wollen den Sanierungsstau an den Schulen auflösen. Dazu wollen sie mehrere Schul-Immobiliengesellschaften gründen, die im Auftrag der Bezirke Schulen zügig sanieren und neu bauen. Schul-Container lehnen die Grünen ab und legen Wert auf Architektur, die anregende Lernräume schafft. Einig ist man sich, Grundschullehrer besser zu bezahlen.
Studienplätze sollen gut ausgestattet sein, Studiengebühren lehnen die Grünen ab.

Die Linke zum Thema Bildung

Die Linke will ebenfalls den Personalschlüssel in den Kitas verbessern, eine Erzieherin soll künftig nur für vier Kinder zuständig sein. Für die Erzieherinnen soll es mehr Geld geben. Alle Flüchtlingskinder sollen in regulären Kitas Platz finden, der Rechtsanspruch hier ausgeweitet werden.

Die Linke fordert die inklusive Schule, Gymnasien sollen keine Schüler mehr verweisen dürfen, das Probejahr würde abgeschafft. Alle Lehrer von  Grundschule bis Gymnasium sollen gleich bezahlt werden, das Gehalt der angestellten Lehrer soll an das der Beamten angeglichen werden. Die Schulsanierung kostet aus Sicht der Linken zwei Milliarden Euro. Zudem muss neu gebaut werden. Für die Sanierung will die Linke eine Landesgesellschaft unter Beteiligung der Investitionsbank gründen und die Niedrigzinsphase ausnutzen. Kostenfreie Studienplätze würden nach Bedarf ausgebaut.

Die AfD zum Thema Bildung

Die AfD hat  bildungspolitisch ganz eigene Vorstellungen.  Sie will das Kita-Angebot bei Bedarf entsprechend ausbauen, nicht ohne festzustellen: „Die beste Kleinkind-Frühförderung findet in intakten Familien statt.“ Zudem ist die AfD für die Wiedereinführung der Vorschule. Ansonsten setzt sie auf ein gegliedertes Schulsystem mit Gymnasien ab 5. und 7. Klasse. Die Partei wendet sich explizit gegen  die „Einheitsschule“ und den „Einheitslehrer“ und sieht die Inklusion kritisch. An „Praxisschulen“ sollen abschlussgefährdete Schüler zur Berufsschulreife gebracht werden. Schulen sollen selbst über ihre Finanzen und  ihr Personal  bestimmen. Die AfD beklagt plakativ die „ideologisierte Schul-  und Hochschulpolitik“.

An den Unis will die AfD die Studienabschlüsse Magister, Staatsexamen und Diplom wieder einführen und wendet sich gegen  „überregulierte“ Bachelor- und Masterstudiengänge.

Die FDP zum Thema Bildung

Die FDP will den Betreuungsschlüssel in Kitas so anpassen, dass die Kleinen gut auf die Schule vorbereitet werden. An den Schulen spricht sich die FDP für eine Unterrichtsgarantie und  mehr Leistung aus. Die Schulgebäude sind mit modernen digitalen Medien und W-Lan auszustatten. Die FDP tritt für die Abschaffung der Einzugsbereiche an Grundschulen ein. Und sie verfolgt das Konzept der Bürgerschule: Die Schulen erhalten einen Etat, abhängig von der Schülerzahl, den sie selbstständig verwalten können.

An den Sekundarschulen soll ein Fach „Wirtschaft & Politik“ etabliert werden, Gymnasien würden genauso viel Geld wie Sekundarschulen erhalten. Die FDP will Schulen zügig sanieren und ist für die Inklusion. Die  Hochschulen will die FDP solide finanzieren.  Wissenschaftliche Talente sollen zeitlich befristet angestellt werden – mit Aussicht auf eine Lebenszeit-Stelle.