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Amrumer Straße: So sieht es in dem neuen Studentenwohnheim in Wedding aus

Gemeinschaftsküche Studentenwohnheim Amrumer Straße

Treffpunkt Gemeinschaftsküche: Hier werden die Bewohner von Süderoog ihre Mahlzeiten zubereiten.

Foto:

City-Press GmbH/Florian Pohl

Als schwimmende Träume hat einst der Schriftsteller Theodor Storm die Halligen im nordfriesischen Wattenmeer bezeichnet – Süderoog ist eine davon. Süderoog liegt aber nicht nur im Wattenmeer. Die landeseigene Wohnungsbaugesellschaft Gewobag hat jetzt ein Studentenwohnhaus mit dem Namen Süderoog an der Amrumer Straße in Wedding errichtet. Es bietet 77 Wohnplätze für den akademischen Nachwuchs in unmittelbarer Nähe zur Beuth Hochschule für Technik und der Technischen Fachhochschule. Am Donnerstag lud die Gewobag zur Einweihung.

Das kostet ein Wohnplatz im Studentenwohnheim Süderoog

„Berlin erlebt mit derzeit knapp 191.000 Studierenden ein Rekordhoch“, sagte Gewobag-Chefin Snezana Michaelis. „Mit den neuen Studentenwohnungen wollen wir dieser rasant zunehmenden Zielgruppe ein modernes Zuhause zu leistbaren Mieten ermöglichen.“ 350 Euro kostet ein Wohnplatz in dem Neubau.

So groß sind die Zimmer im Studentenwohnheim in Wedding

Wir groß die Nachfrage nach solchen preiswerten Unterkünften ist, zeigt die Tatsache, dass die Plätze innerhalb von 14 Tagen vermietet waren. Plätze gibt es in Süderoog vom Einzelapartment bis zur Sieben-Personen-Wohngemeinschaft (WG). Die Studenten bekommen für ihr Geld rund 30 Quadratmeter. Dazu zählt ein eigenes Zimmer mit bis zu 15 Quadratmetern. Hinzu kommen Gemeinschaftsflächen, die von den Wohngemeinschaften genutzt werden. Eine WG teilt sich ein Badezimmer. Die Küchen sind Gemeinschaftsküchen, die sich mehrere WGs teilen. In der Miete sind Wlan, Waschmaschinennutzung und Heizkosten enthalten. Zweimal pro Woche kommt eine Reinigungskraft für die Gemeinschaftsräume.

Weiteres Studentenwohnhaus an Amrumer Straße geplant – Bewerbung noch möglich

Ein weiteres Studentenwohnhaus mit dem Namen Norderoog entsteht ebenfalls an der Amrumer Straße. Darin entstehen 118 Plätze. Voraussichtlich Mitte Mai soll die Vermietung beginnen, sagt Gewobag-Sprecherin Anne Grubert. „Auf unserer Homepage kann man sich bewerben“, sagt sie.

Die Wohngebäude der Gewobag gehören zum Plan des Senats, bis zum Jahr 2020 insgesamt 5 000 zusätzliche Wohnplätze für Studenten zu schaffen. Der Beschluss war 2015 noch unter der rot-schwarzen Regierung gefasst worden. Die sechs landeseigenen Wohnungsunternehmen sollten danach 2500 Wohnplätze schaffen, die übrigen 2500 Wohneinheiten sollte die landeseigene Berlinovo errichten. Wie der Senat jetzt auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Adrian Grasse antwortete, werden statt der 5000 Wohnplätze bis Ende 2020 nur 3172 „geschaffen sein“. Davon 1245 durch die städtischen Wohnungsbaugesellschaften und 1927 durch die Berlinovo.

Bis Ende 2020 soll es 3308 Wohnplätze für Studenten geben

Hinzu kämen aber Wohnplätze, die das Studierendenwerk baue. Im Dauerwaldweg in Grunewald werde ein Neubau mit 50 Wohnplätzen errichtet, ein weiterer Neubau mit 86 Plätzen entstehe in der Mollwitzstraße in Charlottenburg. „Nach aktueller Planung werden beide Objekte im Sommer 2019 bezugsfertig sein“, heißt es in der Antwort von Wissenschafts-Staatssekretär Steffen Krach (SPD). Damit werde der Senat bis Ende 2020 insgesamt 3308 Wohnplätze für Studenten geschaffen haben.

Dass das Ziel von 5000 Wohnplätzen nicht erreicht werden kann, hat laut Krach verschiedene Gründe. Zum einen führten Planungs- und Ausschreibungsprobleme zu Verzögerungen bei einigen Bauvorhaben der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften. Zum anderen könnten die ursprünglich auf dem Areal des Flughafen Tegel geplanten 500 Unterkünfte gegenwärtig nicht berücksichtigt werden. Grund: Das geht erst, wenn der neue Großflughafen BER in Schönefeld fertig ist und der Flugbetrieb von Tegel dorthin verlagert wird. Die restlichen 851 Wohnplätze, die die landeseigenen Unternehmen eigentlich bis 2020 errichten wollten, sollen laut Krach nun bis 2022 fertig werden.

WG-Zimmer in Berlin kostet im Schnitt derzeit 397 Euro

Warum es so wichtig ist, dass das Land Berlin Wohnplätze schafft, zeigt ein Blick auf die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt. Nach einer Untersuchung des WG- und Wohnportals wg-suche.de kostet ein WG-Zimmer in Berlin aktuell 397 Euro. Eine 30 Quadratmeter große Wohnung ist für 523 Euro zu haben. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Preise um acht Prozent gestiegen. Seit 2012 verteuerten sich die Unterkünfte sogar um 44 Prozent. Laut wg-suche.de ist das „der mit Abstand größte Preisanstieg im Vergleich der 160 untersuchten Städte“. Absoluter Spitzenreiter ist München mit einer durchschnittlichen Warmmiete von 657 Euro für ein WG-Zimmer.