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Ausgehtipps: Das sind unsere sieben Lieblingsorte in der City West

klausener platz

Das Leben in der City West findet im Sommer häufig auf der Straße und in den kleinen Cafés in den Wohnkiezen statt.

Foto:

imago/Schöning

Die City West ist nicht annähernd so uncool wie ihr schlechter Ruf suggeriert. Vor allem die sieben folgenden Orte sind der Beweis dafür, dass Charlottenburg, Wilmersdorf und Co. eine Chance verdienen:

Ziegen streicheln und entspannen am Klausener Platz

Einer der schönsten Kieze in Charlottenburg ist die Gegend um den Klausener Platz. Direkt am Eiscafé Fedora, das neben geschmacklich hervorragenden Eissorten auch sehr guten Kuchen anbietet, liegt der Charlottenburger Ziegenhof. Hier können Kinder Tiere streicheln, aber auch etwas über artgerechte Haltung lernen. Alle anderen finden einen Erholungsort auf den Liegewiesen. Auch ein Abstecher in die nebenan liegenden Ateliers für Malerei und Keramik lohnt sich.

Ziegenhof, Danckelmannstraße 16 (S Westend)

Auf der Suche nach Inspiration am S-Bahnhof Savignyplatz

Bücherbogen

Würde auch nach Kreuzberg passen, ist aber am Savignyplatz: der Bücherbogen.

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imago/Jürgen Ritter

Instagram hin, Instagram her – so richtig künstlerisch wertvoll sind die meisten Feeds auf der Social-Photo-Plattform dann doch nicht. Momentan rennen anscheinend sogar die besten Instagramer diesem neuen Gleichmacher-Trend hinterher, wie heißt der noch mal? Ach ja, „monochromatic“. Gähn. Überhaupt nicht „monochromatic“, sondern sehr inspirierend (nicht nur als Fotomotiv!) ist der Bücherbogen am Savignyplatz. In dem direkt unter den Schienen der S75 gelegenen Laden findet man die wahrscheinlich beste Auswahl von Fotografie-, Architektur- und Kunstbänden in ganz Berlin, und das zu günstigeren Preisen als in vergleichbaren Kunstbuchhandlungen in Mitte.

Bücherbogen, Stadtbahnbogen 593 (S Savignyplatz)


Swingen bis die Schwarte kracht

Dass das Quasimodo sich selbst als Jazzclub bezeichnet, mutet schon fast seltsam an. „Jazzclub“, das klingt irgendwie nach Gediegenheit, nach etwas, das unsere Eltern vielleicht mal wild fanden. Als Papa noch Saxophonist werden wollte und Mama gerade zu Hause ausgezogen war. Doch das Quasimodo ist wider Erwarten ziemlich lässig. Es gibt kaum eine Art Konzert, die ich hier noch nicht besucht habe: Von der Alternative-Rockshow über den experimentellen HipHop-Gig bis zum Soulkonzert bringt die kleine Charlottenburger Kulturinstitution alles auf die Bühne. Hier kann man tanzen, bis man zu sehr schwitzt oder einem schwindelig wird. Oder einfach nur still dasitzen und lauschen, ein Glas Wein nach dem anderen trinken und erst aus der Trance erwachen, wenn es wieder 3.30 Uhr ist. Ups.

Quasimodo, Kantstraße 12A (S Zoologischer Garten)

Kultureller Austausch im Volkspark Wilmersdorf

Volkspark Wilmersdorf

Wer keine Lust auf Sport hat, kann im Volkspark Wilmersdorf auch einfach nur herumliegen und die Zeit verstreichen lassen.

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imago/Götz Schleser

Der 2,5 Kilometer lange und nur 159 Meter schmale Park erstreckt sich von der vielleicht schönsten U-Bahn-Station Berlins, Rathaus Schöneberg, bis zum pfuhlartigen Fennsee. Im Volkspark gibt es tolle Kinderspielplätze (Junge Familien? Ab nach Wilmersdorf!) sowie Sport- und Spielgeräte aller Art. Sogar Schachspieler kommen im Volkspark auf ihre Kosten. Seit in der Umgebung eine Unterkunft für Geflüchtete eingezogen ist, haben die Fußball- und Basketballplätze den Charakter kultureller Begegnungsstätten, und zwar, soweit beobachtet, ganz ohne fremdenfeindliche Aversionen.

Volkspark Wilmersdorf (U Rathaus Schöneberg oder Blissestraße)

Campusleben an der TU Berlin

TU Berlin Hinteransicht

Hauptgebäude der TU Berlin. Die hier abgebildete Hinteransicht des Gebäudes ist viel schöner als die Vorderansicht.

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imago/Klaus Martin Höfer

Die Technische Universität (TU) ist Berlins einzige Uni, die mit einem richtig studentenfreundlichen und praktikablen Campus aufwarten kann. Anders als an der Freien Universität oder der Humboldt-Universität müssen Studierende an der TU nicht zu ellenlangen Pilgerfahrten zwischen Bibliotheken, Standorten und Mensen aufbrechen. Das Campusleben spielt sich an der TU rund um den Ernst-Reuter-Platz ab – inklusive Studentencafés und Liegewiesen. Aus der U-Bahn fällt man quasi direkt in den Seminarraum. So bleibt in den Pausen zwischen den Veranstaltungen tatsächlich genug Zeit für einen Kaffee. Oder auch zwei.

Technische Universität Berlin (U Ernst-Reuter-Platz)

Tapas auf dem Tisch, Revolutionäre an der Wand

In der Krummen Straße, nur ein paar hundert Meter entfernt von der Stelle, an der am 2. Juni 1967 der Student Benno Ohnesorg erschossen wurde und nur wenige Gehminuten vom schönen Kant Kino, weht noch immer ein Hauch von Revolution. In der Restaurantbar La Batea hängen Bilder von südamerikanischen Revolutionären wie Che Guevara an den Wänden. Serviert werden deftiges chilenisches Essen und starke Cocktails. Oft gibt es Livemusik, natürlich Samba-, Rumba- oder Cha-Cha-Cha-Tanz-geeignet, und zu Anlässen wie dem Jahreswechsel wird ein ebenso schmackhaftes wie unprätentiöses Buffet mit frittierten Tintenfischen, Fleisch und gegrilltem Gemüse aufgefahren.

La Batea, Krumme Str. 42 (U Deutsche Oper)

Fisch essen und  Leute beobachten im Rogacki

Das Rogacki in der Wilmersdorfer Straße ist eine Berliner Institution, wenn es um frischen Fisch und Feinkost geht. 1932 eröffneten Paul und Lucia Rogacki ihre Räucherei, und bis heute ist Räucherfisch eine Spezialität in der Markthalle, in der Berliner sich zum Einkaufen oder Mittagessen treffen. Matjes, Fischsuppe, Lachs, Miesmuscheln, Austern, Krabben, dazu trockener Weißwein oder Champagner - alles schmeckt herrlich und wird zu erschwinglichen Preisen serviert. Aber vor allem hat es hohen Unterhaltungswert, wenn sich am Tresen Wilmersdorfer Witwen auf ein bis fünf Gläschen treffen, und die Stammkellnerin am Imbiss in der Hallenmitte wieder einen ihrer Sprüche raushaut oder Liedchen pfeift.

Rogacki,